Das Gefährte

Während der erleuchtenden Krise 2014, reifte in mir der Gedanke, dass sobald mein liebes Fräulein aus der Schule ist und ihre eigenen Wege geht, ich Halle verlasse und nur mit dem nötigsten in einem Bus wohne, mit dem ich alle Nordseestrände abklappere und dort vor Ort Yoga-Unterricht gebe. Das war natürlich alles ein bisschen naiv gedacht (ein Glück, denn wenn ich auf die ganzen Pessimisten und Schwarzseher gehört hätte, würde ich heute noch an der Saale hellem Strande [mit dem Frosch und seiner Tante] sitzen). Kaum etwas von dem was ich mir so gedacht habe ist tatsächlich so geworden, alles ist – sagen wir mal – recht spannend. Dennoch möchte ich jetzt vom Vito berichten. Mit Hilfe eines lieblichen Arbeitskollegen sorgsam ausgesucht und mit zwei meiner besten Freunde besichtigt. Ich habe ihn seit Anfang 2016. Nachdem ich 2015 enorm übers Ohr gehauen worden bin, war ich Gebrauchtwagenhändlern gegenüber sehr misstrauisch geworden, aber der Vito hat sich gelohnt. Es ist ein LKW und deswegen günstig zu versteuern. Der Umbau braucht auch nicht vom TÜV abgenommen werden, da es ein geschlossener Kasten ist. Also hab ich ihn umbauen lassen. Einer meiner liebsten Lieblingsmenschen hat eine Menge Freizeit geopfert, damit ich komfortabel darin wohnen kann. img_20161014_112039986Ein leichtes Holzgestell wurde bombenfest direkt am Auto verschraubt, die Kisten habe ich bei Obi gekauft und der Raum hinter den Kisten ist voll mit Alukoffern und Yogamatten. In den Kisten selber sind links all meine Klamotten und rechts Küchenkram und Vorräte sowie eine kleine Kiste mit allem, was in ein Badezimmer gehört.

Obendrauf liegt eine zugeschnittene Schaumstoffmatratze. Ja, nach oben hin ist wenig Platz. Aber bei einer Liegefläche von sagenhaften 1 x 1,65m ist Herrenbesuch eh unpassend und unbequem. Ich bin nur 1,58m groß, kann also gut liegen. Nach oben und unten noch 3,5cm Luft. Passt alles. So hab ich mir das gedacht. Es wird aber tatsächlich nach einer Weile ganz schön beengend. Ein Glück bin ich nicht ganz einen Meter breit, so konnte ich mich ein bißchen diagonal hin legen und dann wurde es doch noch ganz bequem. Und gemütlich sieht es allemal aus.img-20160404-wa0004 Ich war im ersten halben Jahr über 10 000 km unterwegs und habe viele Nächte im Auto verbracht (einige davon tatsächlich zu zweit oder besser zu dritt, weil der liebe Hund ist natürlich immer mit dabei). Es fühlt sich ein bisschen so an, als hätte man ein wunderbares Schneckenhaus. Alles was ich brauche ist da drinnen. Zahnbürste, frische Unterwäsche und Kaffeekocher. Und noch anderer Tüttelkram. Solarpanel für mein Handy, Musik, mein e-book und Solarleuchten zum Lesen abends im Bett … Der Motor schnurrt wie ein Kätzchen und die Sitze sind bequem. Die angemahlte Decke sieht ja wohl auch sehr apart aus. Ich hoffe ich bin mit der lieblichen Kiste noch ein paar Kilometer unterwegs. Ich bleibe dieses Jahr wohl erstmal in Spanien und habe gerade nicht vor, vor 2018 wieder nach Deutschland zurückzukommen, wollte aber dennoch den ein oder anderen Tag mal durch Spanien düsen. (Wenn ich düsen schreibe meine ich eigentlich max. 80 Sachen. Das ist hier alles ganz schön kurvig und frag mal nicht nach breiten Straßen!!!)

Drückt uns die Daumen. Ostern 2018 fahren wir alle zusammen nach Obergleen und vielleicht bleib ich ja dann auch. Nicht in Obergleen, aber in Deutschland. Aber bis dahin soll mein schnuffiges Auto noch halten.

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