Buddhismus – die vier edlen Wahrheiten

Durch meine ganzheitliche Ausbildung zur Yogalehrerin bin ich zwangsläufig mit dem Hinduismus in Berührung gekommen, spannend, bunt und schön. Allerdings wie eigentlich überall – Größenwahnsinnige Typen legen das so aus wie sie es für praktikabel halten. Im Hinduismus sind Frauen nämlich nicht der letzte Husten wie einige Brahmanen es gerne rein lesen. Und weder Witwenverbrennung noch Gruppenvergewaltigungen ist in irgend welchen heiligen Schriften angeordnet. Diese Menschen haben sich so weit von Gott entfernt wie es nur irgendwie geht.

Im übrigen gibt es auch nicht 1000 verschiedene Götter, sondern alles sind nur Aspekte von einem Gott. Der alles ist. Und auch wenn ich jetzt einen männlichen Artikel genommen habe, ist Brahman kein Mann, sondern wie gesagt Alles. Die männlichen Artikel haben sich umgangssprachlich eben so eingebürgert und ich habe da kein Problem mit. Ich mag den Hinduismus, und Mantras und Satsangs. Richtig Zuhause hab ich mich aber dann im Buddhismus gefühlt. Und deswegen möchte ich in der Kategorie Yoga und Spiritualität in den nächsten Wochen, so ein bißchen über Buddhismus schreiben. Buddhismus so wie ich ihn empfinde und praktiziere.

Es ist ein gutes Thema, hat mich auf meinem Weg begleitet, hilft mir beim nicht durchdrehen und hat mich zu einem (in Maßen) mutigen, geduldigen und gelassenen Menschen gemacht.

Und heute soll es um die „4 edlen Wahrheiten“ gehen. Die sind sozusagen der Kern des Buddhismus.

  1. Es gibt Leid
  2. Das ganze hat immer einen Grund
  3. Das Leid kann beendet werden
  4. Es gibt einen erlernbaren Weg das Leiden zu beenden.

Und was bedeutet das nun? Für mich?

Zu 1. Es gibt Leid – erst mal das offensichtliche, wenn wir akut traurig oder wütend sind oder Schmerzen haben und dann das eher unterschwellige was ständig an uns nagt. Ein paar unerfüllte Wünsche, die Angst vor der nächsten Regenwolke…

Das bedeutet nicht, dass man die ganze Zeit schweißnass und bibbernd in einer Ecke sitzt.

Zu 2. Das ganze hat immer einen Grund, die Ursachenanalyse.

Und eigentlich sind es nur zwei. Anhaftung und Ablehnung.

Wir sind unglücklich, ängstlich oder wütend weil wir an was anhaften oder was ablehnen.

Wir bekommen was, was wir nicht haben wollen, wir befürchen das uns etwas bevor steht, was wir vermeiden wollen, wir fürchten uns etwas zu verlieren was uns wichtig ist, oder möchten etwas haben was uns wichtig ist.

Das hat nicht immer mit Materiellen Sachen zu tun.

Wir sitzen z.B. mit unserem Liebsten auf dem Sofa und schmusen rum und plötzlich klingelt das Telefon und seine Mutter erbittet sich eine halbe Stunde um mit ihrem Sohn ein wenig zu quatschen. So was.

Und jetzt? Wie reagieren. Das Karma sitzt uns im Nacken. Aber unsere Anhafung und Ablehnung beeinflusst unser Handeln. Und wir können auf dreifache Art Handeln. Heilsam, unheilsam und Neutral.

Also freundlich sagen, dass er sich alle Zeit der Welt nehmen kann und liebse Grüße bestellen.

Im Hintergrund rumnölen, dass er sich bald mal beeilen soll und Wut empfinden.

Oder einfach kommentarlos ein Buch lesen so lange er sich mit seiner Mutter unterhält.

Zu 3. Das Leid kann beendet werden. Das stimmt doch jeden froh. Und wenn wir uns Bewusst werden woher das Leid kommt, dann löst sich diese dauernde Suche nach Positivem und die dauernde Flucht vor Negativen irgendwann auf. Der Geist wird durch Meditation so stabil. Dass er für diese Prozesse einfach gar nicht mehr empfänglich ist.

Zu 4. Es gibt einen erlernbaren Weg das Leiden zu beenden. Na das wird doch immer besser. Also wer wirklich Interesse hat sich vom Leiden zu befreien, der kann das lernen.

Aber es ist nicht damit getan bei Tchibo ein Meditationskissen, gefüllt mit Bio Dinkelspelzen, zu kaufen und überall Räucherstäbchen und Buddhafigürchen auf zu stellen. Auch nicht wenn sie einen LED Farbwechsler eingebaut haben.

Meditation ist schon mal eine der wichtigsten Übungen. Richtig Meditieren. In Stille. Nicht zu einer Rossmann CD für 2,90€ wo sich jemand was auf dem Keyboard zurechklimpert.

Hier gleich mal zwei Buchvorschläge zur Meditation.

Der Inhalt ist fast identisch. Also muss man sich nicht Beide kaufen.

Das hier ist mehr ein Arbeitsheft Meditation *

und das hier hat ein schönes Handtaschenformat. Mini Meditationen  

Neben der Meditation ist der Achtfache Pfad ein weiterer Grundpfeiler.

1. Rechte Erkenntnis

2. Rechte Gesinnung

3. Rechte Rede

4. Rechte Handlung

5. Rechter Lebenserwerb

6. Rechte Anstrengung

7. Rechte Achtsamkeit

8. Rechte Sammlung

Hier geht es um das Bewusstsein im Alltag.

Und ich möchte jetzt jeden zweiten Sonntag einen oder zwei Aspekte behandeln.

Ich arbeite jeden Tag damit. Und ich habe mich schon von dem Gedanken verabschiedet alles richtig durch zu ziehen. Ich hafte immer noch vielen Sachen an und lehne viele Sachen ab.

Aber es ist schon enorm besser geworden.

 

* In diesem Text sind zwei Links zu Amazon. Wenn darüber bestellt wird bekomme ich eine kleine Provision. Der Preis wird für euch natürlich nicht teurer. Aber ich kann das Geld gut gebrauchen für Chups, Hundefutter oder Sockenwolle.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s