Von den Schwierigkeiten ein Buch zu schreiben

Letzten Freitag blieb mein Blog unbeblogt, weil ich gerade in der heißen Phase war um meinen Roman „Greta wartet auf den Alltag“ zum lektorieren zu geben.

Und insgesamt ist es ja gar nicht so einfach einen Roman zu schreiben, auf jeden Fall nicht über einen Zeitraum von 15 Jahren. Aber nun ist es vollbracht und wenn ich nicht zu viel Mist gemacht habe, wird er dann auch wieder im Frühsommer als ebook erhältlich sein.

Warum wahrscheinlich nur als ebook? Das ist alles eine Frage des Geldes. Und so gerne ich auch schreibe, es ist keine Literatur, die man als Buch im Regal stehen haben muss.

Mein Roman, der sehr viel länger ist als der letzte, ist zum gute Laune machen. Etwas, was man im Wartezimmer, im Zug, in der Hängematte oder an einem Regentag so weglesen kann und danach ein warmes Herz hat.

Deswegen habe ich auch Hemmungen eine Autorenseite an zu legen. Und hat mich meine Lektorin schon gleich nach den „Berliner Stadtmusikanten“ bearbeitet, dass so eine Seite notwendig ist um ein Buch ordentlich zu verkaufen, weiß ich, dass sie jetzt gar keine Ruhe geben wird, bis die Seite im Netz steht. Aber AUTORENSeite. Das hört sich so größenwahnsinnig an. Ich habe Bücher von Autoren. Ich war ja sogar mal im Terry Pratchet Fanclub. Wenn ich mich Autorin nenne, dann ist das so als wenn sich die Typen von „Berlin Tag und Nacht“ Schauspieler nennen. Da komm ich mir echt doof vor. Aber da ich meine Bücher auch verkaufen will, komm ich wohl nicht dran vorbei. Mal gucken.

Erzählt hab ich schon immer viel. Mit steigendem Alkoholpegel wird es immer mehr und manchmal sitz ich da, höre mir zu und denke es wäre besser mal einen Gang runter zu schalten. Ganz oft kam dann zwischen viel Gelächter ein „Du solltest echt ein Buch schreiben.“

Das habe ich nun tatsächlich gemacht. Allerdings kann ich nur niedliche, unterhaltsame Liebesgeschichten, ohne viel Drama, andere Frauen, Gewalt und Eskapaden.

Ich hatte also 2001 angefangen zu schreiben, mit der Absicht, dass es ein Roman werden sollte.

Den ersten Roman hatte ich recht fix fertig, war mächtig stolz und hab ihn zu verschiedenen Verlagen eingeschickt. Die Absagen waren niederschmetternd und hatten mich zu der Zeit, die eh eine recht schwer war, so demotiviert, dass ich den zweiten nicht mehr fertig stellen konnte.

Ich hatte das alles komplett vergessen, bis mich das Schicksal nach Spanien verschlagen hatte, wo ich dann meine Lektorin auf der Finca Vegana kennen lernen sollte. Und nicht nur, dass sie es geschafft hat mich derart auf zu bauen, dass ich mich tatsächlich getraut habe zu blogen, sie hat auch mein Erstlingswerk durchgelesen, es für gut befunden und als ebook heraus gegeben. Danach hat sie einen zweiten Roman angeordnet und war sehr erfreut, dass der schon fast fertig auf der Festplatte schläft.

Also habe ich das erste man nach Jahren das Dokument „Greta wartet auf den Alltag“ geöffnet und hatte da die ersten Schwierigkeiten, weil das Format veraltet war und sich nicht mehr gescheit öffnen ließ.

Die Geschichte an sich, fand ich auch immer noch niedlich. Allerdings beruhte sie vor 15 Jahren auf Post It Zetteln an Wohnungstüren. Das ist ja auch nicht mehr Zeitgemäß und ich gab einfach jedem ein Smartphone in die Hand und lies Nachrichten schreiben. Ein Smartphone nachträglich einzubauen ist recht anstrengend.

Dann hat die Hauptfigur eine Tochter, ist also Alleinerziehend. Damit man aber nicht denkt, dass ich diese Person sein sollte, habe ich sie älter gemacht. Greta ist nämlich 34 und die Tochter habe ich 12 Jahre alt geschrieben und damals war sie Robie Williams Fan. Ich hatte mir so gedacht, dass 12 Jährige 2001 da drauf gestanden hätten. Aber als das Werk 2017 vollendet werden sollte, war Robie Williams ehe was für Muttis, ich habe das Mädchen dann auf Justin Bieber stehen lassen, weil ich ums verrecken nicht weiß, auf was 12 Jährige heute so stehen. Ich war mal kurz auf der BRAVO Seite, ich blick da nicht durch. Ich wollte sie aber auch nicht irgendwelche Youtuber gut finden lassen. Mein eigenes Mädchen ist vor ein paar Tagen 20 geworden und hat auch keine Ahnung mehr davon.

Zu allem Überfluss hieß die Tochter vor 15 Jahren Angelina und wurde Angie genannt.

Ich hatte den Namen zwar noch ein paar Seiten weiter geschrieben, ihn dann aber immer dümmer gefunden. Ich kann niemanden Angie nennen und irgendwelche Sympathien empfinden. Ich habe also mit der Funktion Steuerung F den Namen im ganzen Dokument getauscht. Angelina wurde Wilhelmine und Angie wurde Willi und aus „ausrangieren“ wurde „auswillieren“.

Vor 15 Jahren hatte ich ein Schulheft wo ich Steckbriefe von jeder Person, die im Roman vorkommt, entworfen habe. Mit Aussehen, Lieblingsklamotten, Musik, Geburtstag und Handlungssträngen in der laufenden Geschichte.

Das hatte ich natürlich schon vor langer Zeit entsorgt. Ich musste hier auch alles wieder zusammenstückeln.

Aber was ich für mich am schwierigsten fand, war sie Umerziehung der Greta.

Natürlich bin ich das nicht. Meine Männergeschichten hätten nie zu einem Roman gereicht. Eher für eine Bravo Foto Love Story. Auf Seite drei schon in Unterwäsche und auf Seite vier sitzt sie da und guckt blöd. Aber Greta war wie ich vor 15 Jahren, zwar etwas älter, aber sie hat geraucht und das schlimmste, sie hat sich über Ökos und erst recht Vegetarier ziemlich oft lustig gemacht. Das ging dann natürlich überhaupt nicht mehr. Irgendwie habe ich da die Kurve gekriegt und musste nur wenig Löschungen vornehmen.

Aber sie ist auch ständig mit hoch erhobenem Stinkefinger durch die Gegend gelaufen und hatte für jeden einen passenden Spruch parat.

Beim Überfliegen dachte ich ganz oft „Na wie bist denn du drauf?“ Fand ich es vor 15 Jahren saucool, erschien es mir plötzlich ziemlich unreif.

Die neue Greta ist da natürlich etwas ausgeglichener.

Vielleicht ein Happen langweiliger aber auch um Ecken weniger peinlich. Am Ende bin ich ganz zufrieden mit Greta.

Ja und Sexszenen. Die gibt es so nicht. Ich bin nicht verklemmt. Aber ich kann nicht über knickknack – du weißt schon – schreiben.

Wie soll das gehen? Wenn ich irgend wann mal einen Roman lese wo es eine erotische Sexszene gibt, ohne Liebeszepter und so (gnarf) dann werde ich den Amazonlink veröffentlichen.

Aber in meinem Roman wird es keine ausgefeilten Sexszenen geben. Ich meine – vielleicht lesen meine Eltern das Buch, oder mein Kind und dann denken die wohlmöglich ich würde mich mit damit auskennen oder irgendwas mit Untenrum… aber ich bin nicht verklemmt.

Das wäre also geklärt.

Und am Freitag gibt es eine Leseprobe. Unlektoriert.

Bis dahin…habt Spaß.

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