Mit dem Rad zur Arbeit

Ja, wieder mal eine alte Geschichte und noch aus der Zeit als ich mit dem lieben Fräulein in der August-Bebel Straße wohnte. Ich bin mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Manchmal war es nervig. Aber meistens war die Fahrt schon vorbei, bevor es mir richtig auf den Nerv gehen konnte. Sogar die Ecke am Steintor hatte ich irgendwann im Griff.

Aber es gab auch immer Menschen, die einen viel kürzeren Weg zur Arbeit hatten und trotzdem immer mit dem Auto gefahren sind, oder mit der Straßenbahn und dann einen tierischen Aufstand gemacht haben, wenn diese mal ausgefallen ist.

Zugegeben, in den ersten Wochen habe ich ein bißchen geschwitzt. Und da in Halle die Straßen nur da geräumt werden wo „wichtige“ Personen wohnen, ist es im Winter fast lebensgefährlich mit dem Rad unterwegs zu sein. Aber meistens geht es ohne Probleme. Man muss halt mal den Arsch zusammen kneifen. Herjeh.

Briefe an den Schweinehund – Mein Weg zur Arbeit

Gestern bin ich an dir vorbei gefahren. Du hast gehupt und gewunken und über mich gelacht, weil ich nass bis auf die Knochen war. So mit dem Rad im Regen, über der Berliner Brücke in Halle. Fast jeden Tag fragst du mich ob du mich mitnehmen sollst zur Arbeit. Wir wohnen ja in der selben Straße und arbeiten in der selben Firma, da bietet sich das doch an. Du willst doch auch kein Geld für den Sprit haben. Nein sag ich, pech gehabt sagst du. Und gestern ist dir einer abgegangen als du mich mit dem Rad im Regen gesehen hast, meintest du am Telefon. Zu der Zeit war ich aber schon trockengelegt und habe mit einem Stück Kuchen in der Küche gesessen. Während du gerade feixend aus deinem Auto gestiegen bist. Morgens ist es das gleiche. Ich nippe noch an meiner Tasse Kaffee, meine Tochter im Arm besprechen wir noch den Tag und beobachten dich wie du bereits in dein Auto steigst. Nur damit du zur selben Zeit wie ich ankommst. Du Idiot! Ja ich bin die Ökotussi – aber abgesehen davon, dass ich viele Euros spare, an Versicherung, Steuern, Reparatur, Muckibude (für dich ca. 40 Euro im Monat weil du einen Bauch kriegst, wie du sagst) spare ich auch das für mich wichtigste – Zeit. 20 Minuten täglich. Fast 7 Stunden im Monat. Rechne das mal auf ein Arbeitsjahr. Nimm das mal deinen Stundenlohn und rechne das mal zwei, denn deine Freizeit sollte dir doppelt so viel wert sein.
Und – zufrieden mit dem Ergebnis. Und obendrein habe ich nicht einmal schlechte Laune bekommen beim Parkplatzsuchen.
Ich hol dich morgen ab.

2 Gedanken zu “Mit dem Rad zur Arbeit

  1. Ich finde, dass ist das beste daran, dass wir jetzt in einer großen Stadt wohnen: ich fahre fast überall hin mit dem Fahrrad, wenn es zeitlich zwischen Kinder zur Schule bringen und dort abholen passt. Aber auch wenn ich inzwischen wieder bei Regen radle – bei Smog, Eiseskälte und Schnee gewinnt mein Schweinehund ohne sich anstrengen zu müssen…

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