Meine Homepage und der Genderkram

… oder wie man sich selber unnötigen Stress macht.

Zwar wollte ich am Anfang alles ganz günstig über facebook machen,

bin aber recht bald zu dem Entschluss gekommen, dass es ganz ohne Investitionen einfach nicht richtig voran geht. Und man braucht eine vernünftige Hompage. Es gibt tatsächlich noch Menschen die kein Facebook benutzen, außerdem ist der Seitenaufbau dort echt hässlich und die bezahlte Werbung kann man auch in die Tonne hauen.

Nun denn, was macht man ohne Geld, dafür mit viel Zeit? Man nimmt das ganze selber in die Hand. Nach eingehender Recherche habe ich mich für Jimdo entschieden. Da gab es natürlich von enigen Ecken entrüstete Aufschreie, dass man so was nicht nehmen könnte. Da aber auch keiner dazu bereit war, innerhalb einer Woche meine Idee, kostenfrei in einem besseren Programm umzusetzen, bin ich bei meiner Entscheidung geblieben.

Einen Namen zu finden, der wirklich gut passt ist nicht nur schwer wenn man eine Band gründen will. Ich habe mich sogar mit dem lieben Fräulein abgesprochen. MoYo hatte ich ja schon, das ist inzwischen auch irgendwie hängen geblieben. Die Mischung aus meinem alten Spitznamen und meiner Berufung, hat mich auch immer irgendwie am das Mojo von Austin Powers erinnert und das brauch man eben um voran zu groven. MoYoga fand ich zu eingeschränkt, MoYos Garten zu irritierend und MoYosKram fand ich gut. Yoga, Ernährung und Mehr. Da bleibt noch Spielraum.

Also www.moyoskram.de.

Das erstaunliche und vor allem beschämende am basteln an dieser Seite war, dass ich es konnte. Und ich musste mir tatsächlich eingestehen, dass mein „ich kann das nicht“ Gejammer einfach nur den absoluten Widerwillen entsprungen war. Ich hatte keine Lust mich mit dem Mist zu beschäftigen und lieber wimperklimpernd einen auf hilfloses, technisch unbegabte Blumenfee gemacht. Hilflos und technisch unbegabt glaubt jeder sofort, aber die Ritter werden rar und haben meist besseres zu tun. Zumal ich mich mit Vaseline einschmieren muss um vom Dach in meine Buxe zu springen um noch in die 38er rein zu passen nimmt mir die Blumenfee keiner mehr ab. Also hab ich alles ganz alleine gemacht. Und. Es ging. Hier und da sind noch Sachen zu verbessern und diesmal weiß ich es liegt an meinem einsetzenden Sodbrennen beim Anblick einer Sanduhr und nicht daran, dass ich es nicht könnte.

Aber das größte Problem, was mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet hat war die Sprache. Also Rechtschreibung klar, jeder der meine Texte ließt, weiß, dass ich es damit nicht so genau nehme. Alles was das Programm nicht rot unterstreicht ist für mich per se richtig geschrieben.

Aber das generische Maskulinum. Im Deutschen, wie scheinbar in vielen Sprachen, wird ein maskulines Substantiv verwendet, wenn das Geschlecht der Personen unbekannt oder nicht relevant ist. Das hat sich irgendwann so entwickelt und war mir bisher immer reichlich egal. Selbst als leidenschaftliche Querulantin wäre es mir nie in den Sinn gekommen sitzen zu bleiben, wenn z.B. alle Schüler aufgefordert wurden die Klassenräume zu verlassen. Ich hatte nie, aber 100% nie das Gefühl, dass Männer sich was darauf einbilden weil das maskuline Substantiv verwendet wird wenn es um ganz viele Leute geht. Und wenn der Kleingartenverein seine Gartenfreunde dazu aufgefordert hat die Pflichtstunden zu leisten, hätte ich das auch nicht gemacht, wenn sie Gartenfreundinnen geschrieben hätten. Die Kollegen, das war ein Team, eine Gruppe, eine Einheit. Die Kollegen und die Kolleginnen sind zwei Gruppen, da wird eine klare Grenze gezogen. Normalerweise hätte ich mich mit diesem Unfug gar nicht beschäftigt. Aber dann hatte ich mal eine Mail bekommen. Es ging um einen Text über meine Rückkehr und das ich mich auf meine Freunde freue. In der Mail wurde ich tatsächlich gefragt, was denn mit meinen Freundinnen wäre, ob ich mich denn auf die überhaupt nicht freuen würde. Eine Person die nicht zu meinem Freundeskreis gehört und nie gehören wird unterstellt mir ich würde mich den Männern unterwerfen und meine Freundinnen nicht genug Wertschätzen, weil ich ja immer nur das maskuline Substantiv nutzen würde. Ich habe nicht geantwortet, weil ich an mein Karma denken muss. Nur einen kleinen Zusatz unter meinen Text geschrieben.

Und erst wieder daran gedacht, als ich vor den Texten für meine Homepage saß. Voll Panik bemerkte ich plötzlich, dass ich nur die Teilnehmer angesprochen hatte und die Teilnehmerinnen vollkommen ignoriert hatte. Ich hatte die Sportler angesprochen und die Sportlerinnen vergessen, genauso wie die Leserinnen. Und plötzlich waren meine Texte noch mal etwas länger, noch unverständlicher und unlesbarer wegen der Sternchen. Erst als ich verzweifelt nach dem weiblichen Plural für Mitglieder gesucht habe weil Mitglieder*innen irgendwie komisch aussah, habe ich mich wieder runter gefahren, den Text entgendert. Vielleicht ist es unfair, dass das Maskulinum den Plural beherscht. Aber da hätte man vor sehr vielen Jahren intervenieren können oder sollen. Aber der Drops ist gelutscht, der Zug abgefahren und der Käse gegessen. Ich mag den Klang meiner Muttersprache und ich möchte den Sound nicht verhacktücken. Diese Sternchen in Texten ziehen die Frauenbewegung nur ins Lächerliche. Und ich mach da nicht mit.

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