Der Preis der Freiheit

Die Kälte und wie ich den Tag überstehe

Soooo – nun wird es ernst. Minus 20 Grad wurden Nachts prophezeit. Und es könnte – und ich sage könnte – ein Grenzgang werden. Denn mein Holz ist fast alle.

Was nicht wirklich dramatisch ist, denn ich wohne ja bekanntlich auf einem Schuttplatz und auf diesem liegt bergeweise Holz rum.

Ich habe also schon einen Stapel Dachlatten zusammen gesammelt und mittels Bügelsäge von Hand halb durchgesägt um danach drauf rum zu springen bis sie halb brechen und in den Ofen passen.

Weil das echt mühsam ist, hab ich nach einem Geistesblitz eine DatingApp runter geladen, mich dort angemeldet und in mein Profil geschrieben, dass ich jemanden suche der eine Kettensäge hat.

Nun, auf diesesn Plattformen treiben sich möglicherweiße viele Freaks und Psychos rum. Aber denen schein man schon die Kettensäge abgenommen zu haben.

Deswegen gabs bisher nur zwei Bilder von nackten Männergenitalien, die an der Raumtemperatur nicht wirklich was geändert haben. Weil mit Pimmeln sägt man kein Holz.

Wenn man sich zum DVD Abend „Texas Chainsaw Massacre“ anschaut und bei Leatherface plötzlich Bauchkribbeln bekommt, weil er so geheimnisvoll mit der Kettensäge rumfuchtelt, grrr, dann wird es absurd.

Aber jetzt mal im Ernst (Höre auf zu kreischen Nicol`- matürlich benutze ich deinen Frostwächter bevor ich erfriere.)

Wie sieht mein Tag aus, in der Kälte.

Fangen wir mal von Vorne an.

IMG_20180226_152617337Also gegen sechs Uhr werde ich wach. Weil die Hunde unruhig werden. Lenny liegt rechts in meinem Arm, Fibie links.IMG_20180226_152547542 Beide strahlen eine Hitze aus, dass ich bisher noch nicht mal eine zweite Decke benutzen musste. Ich schlafe also unter einer dünnen Sommerdecke, die aber in Fleece Bettwäsche steckt. Die FleeceBettwäsche trockne ich im Trockner, dann ist die so aufgeladen, dass es richtig blaue Funken sprüht wenn die Hunde ins Bett springen.

Ich trage einen Schlafanzug.

Einen den ich schon vor Jahren in der Dreiraumwohnung getragen habe.

Wenn es noch kälter wird, habe ich einige Mollidecken und einen dicken Jogginganzug und flauschige Socken – es ist also noch alles im grünen Bereich.

Wenn es im Raum gerade mal 5 Grad hat, dann hüpft es sich nicht so leicht aus dem Bett. Ganz klar. Aber die Hunde müssen raus. Vor allem der liebe Hund, der mit seinen 14 Jahren schon etwas Blasenschwach ist, fängt an Radau zu machen, mir die Decke weg zu ziehen und über mein Gesicht zu lecken wenn er nicht sofort raus kann.

Also raus aus dem Bett und rein in die Hausschuhe. Tür auf, Hunde raus und dem Universum gedankt, dass ich in keiner Wohnung wohne, wo ich jetzt mit raus müsste.

SAM_0527Dann mach ich ein Feuer im Ofen an, setz den Kessel auf die Gasflamme, geh aufs Klo, lass die Hunde wieder rein, leg noch mal größeres Holz nach, mach Kaffee und werfe mir einen Poncho über.

 

Dann sitzte ich mit meinem Kaffee auf dem Sofa, neben dem Ofen und gucke aus dem Fenster.

So ist das. Eigentlich jeden Morgen. Jetzt gerade habe ich noch den Laptopp auf dem Schoß liegen.

Irgendwann nach dem zweiten Kaffee ist es so warm im Wagen, dass ich es nackend aushalten kann, dann kippe ich warmes Wasser in meine grüne Waschschüssel, putz mich raus und wenn ich dann lieblich eingecremt bin, springe ich in meine normalen Klamotten und gehe erstmal eine Runde mit den Hunden raus.

Wenn ich dann nach einer Stunde wieder nach Hause komme, die Post reingeholt habe und die Hunde noch eine Weile vor der Türe gekämpft haben, frühstücke ich. Meistens Haferbrei. Das ist mein Lieblingsfrühstück und ich habe es schon vor Jahren für mich und das liebe Fräulein gekocht wenn es kalt war.

Danach kommen die anderen „Morgenroutinen“. Abwasser raus bringen, Kompostklo sauber machen, Bett machen, zum Waschsalon oder einkaufen fahren, Holz hacken, rein tragen, Wasser holen…

Danach sitze ich am Tisch, zeichne und male, höre dabei ein Höhrbuch und trinke Kaffee. Oder ich mache anderen Bürokram, der weniger Spaß macht. Wenn ich irgendwas mit Internet brauche muss ich rüber in den Büro Container, denn das Wlan reicht nicht bis zum Bauwagen. Dort gibt es zum Internet auch noch einen Schwatz und Kaffee.

Anschließend koche ich mein Mittagessen und wenn ich was gegessen habe, mache ich ein Mittagschläfchen oder gehe mit den Hunden raus.

Wenn ich wieder da bin, trinke ich noch einen Kaffee und esse ein paar Plätzchen. Danach lese, stricke, bastle oder schreibe ich, irgendwann esse ich Abendbrot und manchmal gucke ich eine DVD, wenn ich schon zu müde bin um zu stricken oder so. Zwischendurch bekomme ich immer mal Besuch, was mich auch immer total freut oder – was wesentlich öfter vorkommt als Besuch zu kriegen, ich „muss zur Arbeit“. Ich setzte mich also auf mein Rad, fahre irgendwo in die Stadt, habe eine geschmeidige Yogastunde mit tollen Menschen und fahre dann wieder nach Hause.

So bekommt man seinen Tag rum.

Und bisher hat mich das noch nicht gestört oder gelangweilt.

Und wenn ich ich mir für dieses Leben in den nächsten Tagen mal den Arsch oder einen kleinen Zeh abfrieren muss, meine Güte, dann soll es wohl so sein.

Und dann sind Schwielen an den Händen vom Holz sägen ein kleiner Preis den ich gerne zahle.

2 Gedanken zu “Der Preis der Freiheit

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