Geduld, Geduld, geduldig..

immer eins nach dem anderen

Multi Tasking ist gar nicht so eine tolle Sache wie man mal gedacht hat. Inzwischen haben viele Forscher herausgefunden, dass man effektiv weniger schafft, als wenn man einzelne Aufgaben konzentriert nacheinander macht. Also natürlich kann man beim essen oder spazierengehen sich mit jemandem unterhalten. Obwohl ich da angeblich schon meine ersten Herausforderungen habe. Das liebe Fräulein meint ich würde immer stehen bleiben wenn ich rede. Aber natürlich kann ich z.B. Nudeln kochen und gleichzeitig Nudelsoße. Zwei Flammen, zwei Töpfe. Und manchmal mache ich noch einen Salat dazu, na da aber.

Aber Fakt war, mir ist es aus verschiedenen Gründen schwer gefallen mich auf eine Sache zu konzentrieren. In meinem Kopf war andauernd so ein Wirbel, dass ich es noch nicht mal geschafft habe, einen vernünftigen Plan zu machen. Mein Kopf hat sich nur entspannt wenn er beschallt wurde. Ein Hörspiel hat das Gedankenkarussel angehalten. Am besten ein zünftiger Horrorthriller wo gleich in den ersten 5 Minuten die abgezogene Haut eines unbekannten Opfers an die Schranktür genagelt wurde.

Während der Rauhnächte hatte ich mir ja jede Unterhaltung durch Mord und Totschlag verzagt. Und überhaupt wollte ich immer nur eine Sache tun und diese konzentriert zu Ende bringen, bevor ich eine andere anfange.

Ich bin morgens also um 6 aus dem Bett gehüpft, habe eingeheizt und dann meine neun Sonnengrüße absolviert. Mit langsamen Atmen. Ich neige dazu nie ganz ein und aus zu atmen um schneller fertig zu werden. Also Schnappatmung und nach 5 Minuten, tata, fertig. Und obwohl ich ja den ganzen Tag nichts vor und eine menge Zeit hatte, habe ich ständig auf die Uhr geguckt und ein Teil von mir hat gedacht, dass das alles hier viel zu lange dauert.

Danach habe ich eine halbe Stunde Atemübungen gemacht. Ohne zwischendurch aufzustehen um schon mal Teewasser zu kochen, nein, da sitzen und Atmen.

Anschließend 108 mal ein Mantra des Tages chanten. Dazu benutze ich eine Mala. Eine Kette mit 108 Perlen und einer großen Meru Perle die bei mir aus Rosenquarz ist. Man lässt Perle für Perle durch die Finger gleiten, wiederholt das Mantra und die große Perle markiert das Ende. Ich hatte früher zu oft auf die große Perle geschielt um zu gucken wie oft ich noch muss. Während der Rauhnächte wollte ich die Augen zulassen und am Anfang hatte ich mich doch ab und an dabei ertappt wie ich mit der rechten Hand zur Kette greife um zu ertasten wie lange es noch dauert bis die Meruperle kommt. Wie albern wenn man den ganzen Tag Zeit hat und sich trotzdem ständig versucht zu regeln.

Danach habe ich mir eine Tasse Tee gekocht und getrunken, ohne dabei etwas zu lesen oder zu planen. Das war ja eh klar und nach ein paar Tagen habe ich tatsächlich da sitzen können und habe 15 Minuten Tee getrunken und habe fast nur auf dem Dampf der aus der Tasse kommt geachtet. Mein Gesicht darüber gehalten und fast weggedämmert während ich hellwach war.

Danach war ich ein bißchen mit den Hunden joggen, dann habe ich die Katzen meiner Lieblingsnachbarn gefüttert und beschmust, Wasser geholt, Feuerholz rein gebracht um mich danach in Ruhe zu waschen, in noch mehr Ruhe meinen Körper einzucremen und was nettes anzuziehen.

Und danach habe ich mein Tablet aus dem Flugzeugmodus geholt um zu gucken wer versucht hat mich zu erreichen.

Bilder und Videos habe ich gelöscht ohne mir anzugucken, den Rest habe ich sofort und sehr freundlich beantwortet.

So ging das bis zum Schlafengehen. Es hat nicht lange gedauert bis sich mein verkrampftes Hirn entspannen konnte. Ich konnte beim schreiben/basteln/ aufräumen wieder in einen Flow rein finden.

Nun sind die Rauhnächte ja schon lange rum, aber was habe ich mir behalten.

Beim kochen koche ich und cheke nicht zwischendurch meine Whats App Nachrichten egal wie melodisch es klingelt.

Beim essen esse ich und lese nicht oder gucke Videos an. Wenn jemand anruft gehe ich nur ran um zu sagen, dass ich zurückrufe wen ich fertig gegessen habe.

Wenn ich etwas lese und ich finde etwas merkwürdig/ besonders spannend, dann lese ich erst den Text zu ende bevor ich danach google oder gleich ein Video zum Thema anschaue. Manchmal habe ich es dann sogar vergessen, weil es gar nicht wichtig war.

Ich lese nicht mehr mehrere Bücher parallel.

Überhaupt lasse ich mich weder von Musik noch von Hörbüchern dauerbeschallen sondern höre auf meine Gedanken und auf die Stille.

Und ich möchte, dass es genaus so bleibt.

Inzwischen habe ich also auch wieder einen Plan. Da werden einige bestimmt sagen „Hättest du mal besser ein Hörspiel gehört und deine Gedanken nicht so grenzenlos rumüberlegen lassen…“

Aber ich bin gerade sehr zufrieden.

Und aufgeregt.

Und ich mach mir fast in die Hosen.

Aber Hey, erst wenn ich mit allem fertig bin und dann auch mit Konzentration und Andacht.

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