MoYos Plan – Stand Januar

Wie entstehen Pläne. Nun habe ich es schon so oft nebenher erwähnt, dass die berechtigte Frage aufgekommen ist, wie meine Pläne nun wohl aussehen.

Weil mehr, als das es mein letztes Bauwagenjahr ist, habe ich noch nicht erwähnt. Meine Pläne sind aber noch in einem sehr latenten Zustand. Verändern sich fast stündlich. Also der grobe Plan steht. Es kommt immer nur noch was dazu, wird umgeworfen, neu ausgedacht und ist noch lange nicht am Ende. Aber er ist schon an einem Punkt angelangt, wo mich ungebetene Ratschläge und Bemerkungen nicht mehr davon abbringen können, sondern einfach nur Ärgern.

Dennoch interessiert den einen oder anderen vielleicht der Prozess einer Idee. Vielleicht hat er selber schon mal eine Idee gehabt, aber an einem Punkt gestopt und sie dann doch nicht umgesetzt. Man landet ganz oft nicht da wo man ursprünglich hin wollte. Aber beim Leben leben ist DER WEG DAS ZIEL. Man kann auf seinem Arsch sitzen bleiben und so lange am Plan rumfeilen bis er perfekt ist und dann mit 67 merken, dass man den perfekten Plan gesundheitlich nicht mehr umsetzen kann.

Natürlich kann es immer sein, dass ich in zwei, drei Jahren dann doch wieder zurück nach Halle kommen würde. Dass ich eine Wohnung in Halle Neustadt nehme, ohne Fenster im Badezimmer, wie ich es früher auch schon hatte und im Netto putzen gehe. Vielleicht kommt der Frühstücksmann und sagt, dass er ein Trottel war, alles zutiefst bereut und er mich mit in sein Dorf nehmen will. Vielleicht werden die Avengers in Halle stationiert und ich werde als Yogalehrerin für Thor, den Hulk und Iron Man eingestellt oder ich bekomme eine Professur, in überschäumender Fantasie und beknackten Ideen, an der Burg angeboten … dann würde ich in Halle bleiben.

Aber egal was ich tue, es wird kaum was zu bereuen geben. Und eine Wohnung in Halle Neustadt, mit fließend warm Wasser, kommt mir jetzt gerade sehr verlockend vor.

Also, meine Ideen sind dazu da um mich in Gang zu setzen und ob das dann alles so umgesetzt wird, dass wird die Zeit, mein Mut, mein Schicksal, meine Laune entscheiden.

Ich hatte letzten Sommer rumgesponnen, dass ich, sobald der alte Hund das zeitliche gesegnet hat, mit einem Bollerwagen durch Deutschland, die Schweiz und Italien, bis runter zum Stiefelabsatz laufen möchte um nach einem Platz zu suchen, wo ich sage „Hier will ich jetzt für immer bleiben.“ Wenn ich nichts gefunden hätte, dann wäre ich auf der anderen Seite wieder hoch gelaufen. Und wenn ich den passenden Platz schon in Querfurt gefunden hätte, dann wäre die Reise zwar verdammt kurz gewesen, aber mit einem erreichten Ziel.

Ich dachte ich würde von Ökohof zu Ökohof wandern um zu wwoofen und somit dann einmal bis nach unten kommen.

Wwoofen ist irgendwo arbeiten gegen Kost und Logis. Also quasi das was ich in Spanien gemacht habe. Hier und dort mal ein bißchen Geld mit Yogastunden verdienen. Sozusagen eine „Yoga Walz“ von Studio zu Studio.

Aber das war nur so der zarte Keim einer Idee und zum ersten mal laut ausgesprochen habe ich sie im Mai letzten Jahres, glaube ich.

Irgendwann hatte ich plötzlich das Bedürfnis nicht nach Italien zu laufen, sondern mit dem Rad nach Ungarn zu fahren. Ich war als einziges von meiner Familie noch nie in Ungarn, dabei habe ich doch ungarische Wurzeln. Meine Großeltern Väterlicherseits waren Ungarn und ich habe mich nie für diese Seite interessiert, weil mir dieses Familienbohai immer zuviel war. Und ich konnte auch nur Guten Tag, Mama, Papa und Gemüse auf Ungarisch sagen. Gemüse auch nur weil es wohl „Fözelek“ heißt. Also Fözelek ist ein traditionelles ungarisches Gemüsegericht. Bei einigen wird wohl Gemüse im allgemeinen so genannt.

Nun also nach Ungarn gehen um einen veganen Fözelek Laden aufzumachen.

Inzwischen schäme ich mich ein bißchen dafür, weil der Witz auch echt flach ist. Aber ich konnte ein paar Wochen darüber lachen. Dann habe ich ein Buch übers „auswandern nach Ungarn“ gelesen und fand es echt spannend. Dort ist vieles einfach nicht so reglementiert wie hier. Man muss selber noch Verantwortung übernehmen. Das finde ich ziemlich gut. Man darf dort ein einfaches Leben führen, so wie ich es hier führe, aber hier eben doch irgendwie illegal.

Aber die Sprache. Hat es bei meinen Großeltern ganz geschmeidig geklungen komme ich mit den vielen Ös und Zs ja gar nicht zurecht ohne mich vollzusabbern. Und alle Wörter sind viel länger und klingen echt kompliziert.

Das liebe Fräulein ist davon überzeugt, dass ich mich im Balkan am wohlsten fühlen würde. Da ist sie ja nun Expertin. Und dann musste ich die Idee erstmal zur Seite legen weil ich müde war darauf rum zu denken.

Während der Rauhnächte kam sie wieder hoch. Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich mein letztes Bauwagenjahr starten will. Was kommt also danach.

Das Bedürfnis nach einem Platz zum zuhause sein ist immer noch da. Genauso das Bedürfnis nach Landleben. Nicht so wie in Spanien, aber ein Dorf wäre schon nett. Oder eine kleine Stadt. Ja ich sage immer Halle ist auch klein. Aber ich dachte an so ein Nest in der Größe von Eisleben, Alsfeld oder Ziegenhain oder Rotenburg an der Fulda. Und dann kam wieder die Idee mit dem wwoofen. Wenn man ein paar Wochen irgendwo lebt und arbeitet, dann kann man doch gut sehen ob es da einem gefällt, wie die Chancen stehen seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Den Gedanken fand ich ein paar Tage ganz gut.

Aber dann dachte ich, will ich wirklich 6 Tage die Woche, 6-8 Stunden am Tag arbeiten um ein Zimmer im Gartenhaus und drei Mahlzeiten am Tag zu bekommen?

Also meine Arbeitskraft ist ja nun doch etwas mehr wert. Das mal für einen Urlaub zu machen ist ja schön und gut. Vor allem wenn man gar nicht so viel Ahnung hat und noch ganz viel gezeigt bekommen muss und vielleicht auch gar nicht so schnell ist, wie in dem Fall, wenn man mache Arbeiten schon öfter mal gemacht hat, weil man z.B. schon mal einen eigenen Haushalt geführt hat.

In Spanien hatte sich mein Erspartes langsam verbraucht, unter anderem auch wegen Krankenkasse und Klamotten. Also Kleidung verschleißt halt einfach wenn man darin arbeitet. Und dann habe ich ja auch ein Ruhebedürfnis und will nicht die ganze Zeit mit Menschen zusammen sein, schon gar nicht in meiner Freizeit. Dann habe ich den wwoofing Plan erstmal beiseite geschoben.

Meine älteste Freundin und Taufpatin vom lieben Fräulein ist gelernte Hauswirtschafterin und ist früher von irgend einer Vereinigung von Dorf zu Dorf, Bauernhof zu Bauernhof geschickt worden um dort zu helfen wenn die Hausfrau ausgefallen ist. Sie hatte damals echt viel Geld verdient und auch sehr viel zu erzählen gehabt.

Die nächste Idee war also die Hauswirtschaftslehre verkürzt zu absolvieren und ich hing ein paar Tage am Telefon um mich zu erkundigen wie das wohl geht. Man kann sogar die Prüfung machen ohne eine Ausbildung vorher gemacht zu haben. Man muss nur mindestens 4,5 Jahre in diesem Beruf oder einem ähnlichen gearbeitet haben. Aber hier in Halle gibt es derzeit nur zwei Hauswirtschafts Azubis, deswegen wird das alles in Dresden abgewickelt und Aufbauseminare gibt es nur in Hessen oder Niedersachsen. Alles sehr aufwändig und Zeitfressend. Zumal man mir im Landwirtschaftsverband gesteckt hat, dass man den Beruf auch ohne Abschlussprüfung ausüben kann. Wenn man sich für geeignet hält, dann kann man sich bewerben und wird ziemlich schnell losgeschickt werden. Nur in dem Bundesland in dem man sich beworben hat.

Natürlich würde ich es irgendwie hinkriegen, aber mal im Ernst, wer mich kennt, könnte ich einem Bauern, der vielleicht Schweine mästet, eine Hilfe sein? Ja ich bin Yogalehrerin und kann meine Knie neben meinen Ohren ablegen wenn ich auf dem Rücken liege. Aber – ohne nachgefragt zu haben – ahne ich, dass es nicht sie Skills sind die man benötigt um eine tüchtige Bauersfrau zu ersetzen. Aber wenn ich dem Schweinemastbauern eine Woche lang vegan aufgekocht habe, dann behandelt er seine Frau vielleicht viel besser und vorsichtiger wenn sie wieder aus der Kur nach Hause kommt. Aber ne, ich denke es ist doch nichts für mich.

Die Ausbildung zur Altagsbegleitung dauert nur 3 Monate. Eine Ex Kollegin hat eine eigene, kleine Wohnung im Haus eines Uralten Ehepaares. Sie kümmert sich um die, hilft beim einkaufen und kochen, macht den Hausputz und ein bißchen Garten. Sie bekommt nicht viel Geld, ist aber versichert und wohnt da kostenfrei. So was würde mir auch gefallen. Aber habe ich den Nerv dazu?

Also das sind so die Gedanken zum Plan bis jetzt. Ich habe da noch ein paar Ideen und Kontakte geknüpft, es bleibt spannend.

Aber der Gedanke mit leichtem Gepäck durch Deutschland zu wandern gefällt mir gut. Der Gedanke ein zuhause zu finden wo man keinen Zuglärm und keine Flugzeuge über sich hat, der gefällt mir auch. Der Gedanke zu weit vom lieben Fräulein weg zu sein gefällt mir gar nicht.

Mal gucken wie der Plan in einem Monat aussieht. Ich bin selber schon gespannt drauf.

Kleine Randbemerkung: Ich hatte einem Mann erzählt, dass ich vielleicht mal durch Deutschland wandern wollte. Er schaute mich an, zog beide Augenbrauen hoch und meinte „Haste denn auch mal an die Witterung gedacht, es kann auch ganz schön regnen, was machste da?“

Ich wollte erst sagen „Was, in Deutschland regnets? Hab ich in den letzten 45 Jahren noch nicht erlebt. Weiß nicht was ich machen würde? Rosten? Heulen? Um Hilfe schreien? Gut das du mich darauf hingewiese hast, sonst hätte ich ganz schön geguckt wenns dann von oben nass geworden wäre.“

Aber ich habe dann nur tief durchgeatmet und angefangen auf die Uhr zu gucken. Ich musste dann nämlich auch bald mal los.

Also ich mag natürlich Tipps und Hinweise. Lass mich gerne von anderen Ideen inspirieren und überzeugen (Außer es ist eine Idee wie „Komm einfach nach Obergleen.“- trotzdem Danke Nicol´ich hab dich furchtbar lieb :o*) aber ich kann ganz schlecht drauf ab, wenn man mir frech kommt. Das hier ist ein grober Plan auf dem ich noch ein Jahr rumdenken kann. Aber man sollte mir schon zutrauen, dass ich mir über die Witterung, Geld, Gesundheit und ähnlich Wichtiges dann Gedanken machen werde wenn die Zeit dazu da ist. Also wenn es regnet werde ich mir dann Gedanken mache ob ich mich irgendwo unterstelle oder meine Regenjacke anziehe.

Vielleicht laufe ich blauäugig los, aber nicht so blauäugig wie sich manche vorstellen.

Und muss man wirklich alles zuende denken? Hatte ich doch schon mal 2016 gemacht. Und guckt wo ich gelandet bin.

Unverhofft kommt oft.

2 Gedanken zu “MoYos Plan – Stand Januar

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