Mein Plan – stand Februar

Wenn man seine Pläne öffentlich macht, dann steht man auch etwas unter Druck nicht gleich aufzugeben. Anfang 2016, als meine Pläne tatsächlich richtig konkret Gestalt angenommen haben, musste ich mir eingestehen, dass ich zu guter Letzt kalte Füsse bekommen hätte.

Aber ich bin nie richtig aus meiner Trotzphase raus gekommen und jedes „Machste eh nicht.“ hat am Ende meinen Willen gestärkt.

Also wenn es gute Gründe gegeben hätte oder ich was besseres vorgehabt hätte, dann hätte es mich natürlich nicht interessiert was andere denken oder sagen. Aber wenn man am Ende nur etwas Muffensausen bekommt, dann nagt das zurecht am Stolz. Angst tötet gute Ideen. Hirnforscher haben festgestellt, dass Angst jeden Menschen zum Rückgriff auf bewährte Lösungen zwingt.

Und ich habe Angst. Ein Teil von mir guckt sich von außen an welche Gestalt meine Pläne annehmen und liegt danach in Embryo Haltung unterm Bett. Ein anderer Teil kratzt erwartungsvoll mit den Hufen und könnte gleich losrennen.

Ich dachte ich lege meine Pläne erstmal auf Eis und kümmere mich ab ca. Oktober drum.

Ich wollte in verschiedenen Magazinen die sich mit naturnaher Lebensform beschäftigen eine Anzeige aufgeben, dass ich für freie Kost und Logis im angemessenen Rahmen für mich und einen Hund und obendrein 450€ gerne 35 Stunden die Woche arbeiten möchte. Kochen, putzen, kümmern … was halt so anliegt. Deutschlandweit, in ländlichen Gegenden. Davon könnte ich Krankenkasse zahlen und hätte noch was übrig. Vielleicht, so dachte ich, braucht jemand eine gute Seele für ein Gasthaus. Quasi so einen Job wie ich in Spanien gemacht habe, nur eben nicht für Lau und vor allem etwas geregelter.

Ich hatte mich dann mal spaßeshalber in eine facebok Gruppe begeben wo sich ökologische Landwirte austauschen. Einfach nur um mal den Bedarf zu recherchieren. Einen richtigen Angestellten können sich ja, so dachte ich, die meisten kleinen Landwirte eh nicht leisten. Weil es auf facebook gerade so ist, dass lange Post ganz oft gar nicht vollständig gelesen werden, aber trotzdem sinnfrei kommentiert, habe ich nur gefragt, wer sich Zeit nehmen möchte um mir ein paar Fragen zu beantworten. Die, die Zeit hatten habe ich dann persönlich angeschrieben, kurz erklärt um was es geht und ich habe eine Antwort bekommen, wo man die Idee schön und gut fand. Ein anderer hatte meine Nachricht nur bis zur Hälfte gelesen und dann unter meinen Gruppenpost geantwortet, warum ich nicht gleich sagen würde, dass ich einen Job suche. Obwohl ich sagte, dass dies aktuell gar nicht mein Anliegen sei, brach ein kleiner Shitstorm über mich. Ich bekam Angebote von „Du kannst mir ein Eis bringen wenn ich im Sommer im Osten Mähdresche.“ bis hin zu „du kannst mir einen blasen wenn ich aus dem Stall komme.“

Ich bin dann aus der Arschgruppe raus und habe mich an anderen Stellen erkundigt. Dort kam dann durchweg positive Resonanz und ich habe wieder ein bißchen Mut gefasst.

Ich werde unter anderem also eine Anzeige in Schrot und Korn oder Naturkost.de aufgeben, da wird sich schon was finden. Was kommt, kommt und was passieren soll, wird passieren.

Ich bin dann also in die Reisebuchhandlung meines Vertrauens gegangen und habe mir erstmal eine Deutschlandkarte gekauft, damit ich mal den Überblick habe.

Unten sind ja ziemlich viele Berge und ich wollte doch mein Rad mitnehmen. War das ein Zeichen, das ich mich ehe im Norden aufhalten sollte.

Und obwohl es sehr kalt war und ist, habe ich dann wieder eine Tendenz zur Nordsee oder Ostsee verspürt. Normalerweise zieht es mich im Winter immer Richtung Süden.

Aber plötzlich konnte ich mir vorstellen auch bei kaltem Wetter zwischen Deichschafen zu stehen.

Und ich habe mir ein paar Youtube Videos von Schafen angeguckt und gedacht. Toll. Das will ich.

Und dann habe ich – es ist so typisch für mich – mich erstmal in der VHS an einem Kurs „Frühlingshafte Filzideen“ angemeldet. Ich wollte tatsächlich schon immer mal filzen und die vage Aussicht bald genügend Schafwolle zu haben hat mich dann motiviert. Erst wo die Anmeldebestätigung kam und die 25 Euro von meinem Konto eingezogen wurden kamen mir leise Zweifel ob das nicht etwas verfrüht war.

Nö, filzen ist schon cool. Der Kurs ist im März und ich freue mich drauf.

Seit Mitte Dezember habe ich aber auch eine wirklich intensive Yogapraxis. Also Yogalehrer neigt man wohl oft dazu seine eigene Praxis zu vernachlässigen, gerade wenn man täglich oder auch nur fast täglich unterrichtet. So auch bei mir.

Aber ich übe inzwischen täglich. Asanas und Pranayama. Nur für mich. Gleich nach dem Aufstehen, noch vor der ersten Tasse Tee.

Zusammen mit den schlechten Gewohnheiten die ich seit den Rauhnächten abgelegt habe und neuen guten Gewohnheiten die ich in meinen Alltag richtig integrieren konnte ist ein ganz neuer Flow entstanden.

Damit ist die Idee zur Yoga Walz nochmal aufgeploppt und fühlte sich jeden Tag besser an.

Ich bin seit Jahren in der Yogalehrer Austausch Gruppe auf facebook. Da sind Yogaleher Deutschlandweit drinnen.

Ich schrieb meine Idee also in die Gruppe mit der Frage wer den dann eine Unterkunft hätte, wenn es denn so weit wäre. Ich bekam eine volle Ladung Liebe, Mut, Motivation und Glitzerstaub. Mir haben die Ohren geklingelt.

Kein „aber haste auch mal bedacht…“ oder „aber warum willste denn…“ Einfach nur ein x faches, coole Idee, herzlich willkommen, wir freuen uns darauf dich kennen zu lernen.

Ich wäre am liebesten sofort los gelaufen.

Die Deutschlandkarte hängt ja nun seit Wochen über meinem Bett und plötzlich sah ich den Weg ganz klar vor mir.

Sachsen Anhalt, Meck Pom, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Bayern, Baden Würtenberg, Rheinland Pfalz, Saarland, Hessen, Nordrein Westphalen, Niedersachsen, Schleswig Holstein. Wenn es passt einen 450€ Job, oder ähnliches, damit immer mal Geld in die Kasse kommt. Wenn ich den Wagen verkaufe sollte so viel übrig bleiben, dass ich ein paar Monate die Krankenversicherung davon bezahlen kann, also nicht jeden Job annehmen muss.

Zwischendurch wird Winter werden und dann werde ich mir für längere Zeit was einfallen lassen müssen.

Wenn ich jetzt so grob überschlage, dann bin ich im Herbst vielleicht so im Rheinland. Mal gucken.

Ich habe ja noch etwas Zeit was passendes zu bedenken.

Vielleicht habe ich bis dahin so viele Follower auf wordpress, dass ich für Sponsoren Interessant werden und ich bekomme Ausrüstung gestellt.

Natürlich würde ich das machen.

Aber nicht alles. Deswegen gibt es hier auch keine Amazon Partner Links mehr. Eine Anfrage hatte ich ganz am Anfang mal, von einer Versicherung. Die wollten mir einen kleinen Geldbetrag zukommen lassen, wenn ich sie ab und an positiv erwähne und vielleicht sogar durch einen Link in meinem Text Kunden generiere. Das hab ich abgelehnt. Weil das so unpassend ist wie etwas nur unpassend sein kann. Also echt mal.

Aber wenn es um Dinge geht wo ich auch was dazu sagen könnte, wie Wanderschuhe, kalorienarmes Hundefutter oder Haarseife, dann würde ich das sehr wohl machen.

Mal gucken, vielleicht schreibe ich Mitte des Jahres mal die ein oder anderen Firmen an.

Die Frage auf der ich jetzt rumdenken muss ist –

nehm ich mein Rad mit?

8 Gedanken zu “Mein Plan – stand Februar

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