Kurzer Zwischenbericht – was nun…

Unfassbar. Dieses Sommertief hatte ich letztes Jahr auch. Jetzt ist es gerade etwas schwer, da ich quasi auf dem Startblock stehe. Die Zehen hängen schon drüber und ich warte auf dem Pfiff um ins kalte Wasser zu springen.

Meine Idee ist nicht einfach umzusetzen. Trotzdem bekomme ich sehr viele Zuschriften von Menschen, die diese Idee ganz fantastisch finden.

Also ich rede von der Idee irgendwo für Kost und Logis zu arbeiten, allerdings noch 450€ zu bekommen und dafür halt einen „Halbtagsjob“ zu haben.

So ein bißchen ist mir der Gedanke auch schon auf Föhr gekommen, wo sehr viele Häuser von einzelnen, alten Personen bewohnt werden.

Aber viele scheuen sich vor dem WG Gedanken, weil sie Angst haben sich in ihren Gewohnheiten einschränken zu müssen.

Da ist die ältere Dame, die – egal was drinnen liegt – nur einmal am Tag die Toilette spühlt, um Wasser zu sparen. Oder der ältere Herr der nach jedem Bissen rülpst. Nun gut, wer solche Eigenschaften hat und sie nicht ablegen will, der ist in einer WG nicht gut aufgehoben.

Einige ältere Menschen, finden den Gedanken eine „Magd“ zu haben sehr erbaulich. Alle sind aus dem Haus, keinen mehr zum rumscheuchen, da käme mein Angebot sehr recht.

Allerdings ist hier dann die Ideee, wenn ich nur 5 Stunden am Tag richtig arbeite und in meiner Freizeit mache was ich will, sehr erschreckend. Also wenn ich dann an einem Dienstag Nachmittag Stundenlang im Garten sitze um in einem Buch zu lesen, was sollen dann die Leute denken. Und mit Kost sind natürlich nicht nur Essensreste gemeint und mit Logis keine Abstellkammer.

In der Röhn hatte ich ein kleines Angebot, da habe ich mich ziemlich gefreut, da es ganz in der Nähe meiner Schwestern gewesen wäre. Zwei Freunde wollten mich teilen. (Wie sich das anhört!?!) Bei dem einen sollte ich für 450€ arbeiten und bei dem anderen wohnen, gegen Mithilfe.

Erst war ich schwer begeistert, allerdings fand ich so nach und nach raus, dass da ein ganz anderer Gedanke dahinter steckte. Die 12 Stunden in der Woche arbeiten für Kost und Logis sind ja schön und gut, aber besser wäre es 12 Stunden am Tag zu arbeiten für Kost und Logis und wie ginge das besser wenn man nicht als WG zusammen wohnt sondern als Paar. Und außerdem ist es erwiesen, dass sich Hunde im Zwinger viel wohler fühlen und wenn ich kein Fleisch zubereiten kann, dann ist das kein Problem, man kann das ja lernen.

Also – wird es natürlich nicht die Röhn.

Ältere Herren, denen diese 12 Stunden Woche vs. 12 Stunden Tag + ficken Idee gekommen ist hatten sich sehr oft gemeldet.

Die Aussage „Ich bin schon so lange alleine, aussehen und alter ist mir egal.“ habe ich so zwei mal die Woche telefonisch vernommen.

Dann war da noch eine Frau Dr. von und zu, die ein Gestütt im Norden hat und dringend Hilfe brauch, weil sie schon kurz vor ihrem 80. steht (aber noch mehr Wums in den Knochen hat als viele Jüngere). Sie verdient sich ihr Geld mit dem Verkauf von gefrorenem und frischem Sperma von Zuchthengsten. Sie verkauft auch fertige Pferde. Also so richtig schicke. Das Haus war ein riesen Bau mit weißen Sprossenfenster, Reetdach gedeckt, überall Rosen, Buchs und englischer Rasen.

Beim Anblick der Bilder hatte ich eine Seifenoper Melodie im Ohr. Sie züchtet auch nebenher irgendwelche sehr schicken Rassehunde. Also ich finde meine Hunde natürlich viel niedlicher und schöner, bin mir aber durchaus im Klaren, dass die Mehrheit da anders entscheiden würde.

Ich bin moralisch nicht so hoch angesiedelt wie es meine Omas gerne gehabt hätten, aber der Gedanke jemandem „zur Hand zu gehen“ der Sperma verkauft finde ich merkwürdig.

Obwohl es natürlich der Lacher für den perfekten Gesprächseinstieg wäre. Mit der passenden Mimik und Gestik, die ich drauf hätte.

Aber wenn ich mir uns da vostelle, geht es nicht ohne ein großes Loch im englischen Rasen, was der alte Hund sofort reinbuddeln würde. Ich sehe Pferde in Panik über die Kuppel rennen, weil Fibie sich die Seele aus dem Leib bellt, 24/7, bis die Stimmbänder reißen. Ich sehe eine teure Zuchthündin die Welpen zur Welt bringt, die dem alten Hund ähneln, ich sehe ein Rudel Jagdhunde, die von Fibies Wahnsinn angesteckt, für keine 5 Pfennig mehr gehorchen, ich sehe mich mit weißer Schürze der Dame des Hauses den 5 Uhr Tee bringen und ich höre genau diese Dame die sagt „Wenn ich morgen aufwache seid ihr Assis vom Hof oder ich lass euch vom Jäger erschiesen.“

Lassen wir das also.

Zwischendurch hatte ich ein Angebot bekommen, was mir wirklich gut gefallen hat. Ein Bio-Bauernhof, wo man auch Urlaub machen kann. Eigentlich genau das was ich gesucht habe.

Und am Sonntag fahre ich hin und gucke mir das an. Mit dem Überland Ticket. Alles was ich von Fotos und Videos gesehen habe sieht gut aus. Vielversprechend. Ich hätte nicht nur ein eigenes Zimmer, sondern auch ein eigenes Bad für mich. Die Arbeit wäre abwechslungsreich und ich würde endlich mal wieder zum Kuchenbacken kommen.

Vielleicht könnte ich auch die ein oder andere Yogastunde geben, aber das nicht wirklich oft.

Jetzt rächt es sich allerdings, dass Fibie keine Erziehung abbekommen hat. Der alte Hund liegt ja nur da und schläft. Da er nichts mehr sieht und hört, muss ihm schon eine Katze ins Maul springen, bevor er ihr schaden könnte. Bellen tut er auch nicht oft, er wird halt 16, da ist nicht mehr viel los.

Vor seinem Verfall hat er Fibie allerdings noch in Spanien das Katzenjagen beigebracht.

Zudem bellt sie eben sehr gerne und oft. Menschen bellt sie nicht an, da springt sie nur hoch und schlabbert sie ab, aber alles andere was sich bewegt. Jetzt habe ich ihr eine Sprühflasche gekauft und jedesmal wenn sie anfängt zu bellen, bekommt sie einen kalten Wasserstrahl auf den Po. Einmal habe ich direkt die Rosette getroffen, da hat sie eine halbe Stunde Ruhe gegeben und mich die ganze Zeit nicht mehr aus den Augen gelassen. Ich muss das üben und treffsicherer werden.

Es tut mir leid, aber was soll ich machen. Wenn wir aus dem Auto steigen und Fibies erste Amtshandlung ist es alles anzubellen um anschließend ein Huhn zu fressen, was gerade über den Hof läuft und dann alle Katzen zu jagen, dann brauche ich gar nicht meine Tasche aus dem Kofferraum zu holen.

Also ist der Plan jetzt wie folgt, nächsten Sonntag fahre ich alleine ins Fichtelgebirge und schaue mir das an. Bisher war es immer so, dass ich schon nach einer halbens Stunde gewusst habe ob es was taugt oder nicht. Wenn wir uns einig sind, dann komme ich Ende August eine ganze Woche zum „Probearbeiten“ – diesmal mit Hunden. Wenn nicht gebe ich nochmal eine neue Anzeige auf.

Wenn der Bauer, der ein sehr liebenswerter Mensch sein muss, nach der Woche denkt, wir würden das Hofleben bereichern, dann werde ich Ende September mit kleinem Gepäck da runter ziehen und wenn er nach einem Monat immer noch der Meinung ist, dann hole ich mein restliches Gelumpe nach. Oder lass es mir vom lieben Fräulein mitbringen.

Wenn er nach einem Monat meint er wäre ohne uns besser drann, daran möchte ich aber eigentlich gar nicht denken, dann werde ich meine Sachen auf dem Bollerwagen legen, den mir meine Schwester jetzt geschenkt hat, und zu Fuß nach Hessen laufen. Bis ich dann da bin wird mir schon was eingefallen sein.

Weil

Am Ende wird alles Gut

und wenn es nicht Gut ist,

dann ist es noch nicht das Ende.

Ein Gedanke zu “Kurzer Zwischenbericht – was nun…

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