Meine Probearbeitswoche

Wo fang ich an. Mein Plan steht.

Ab Ende September werde ich vom Bauwagen auf einen Bauernhof ziehen.

Letzten Samstag haben mich das liebe Fräulein und ihr freundlicher Freund ins Fichtelgebirge auf den Denglerhof gefahren.

Wir sind im Dunkeln angekommen, Bauer Martin war noch im Stall, und haben nur unsere Schlafplätze und der Ort wo die Getränke stehen gezeigt bekommen. Danach war für den Bauern schon Schlafenzeit und wir auf uns gestellt. Nachdem wir ein Bierchen gezischt haben, gingen das Fräulein und der Freund in die Scheune und mit blieb die Hütte ersparrt, ich durfte gleich meine zugünftige Wohnung beziehen. Das erste mal seit ca. 4 Jahren, dass ich Wohn und Schlafbereich in unterschiedlichen Zimmern habe. Das erste mal seit über zwei Jahren, dass ich fließend Wasser und eine richtge Toilette habe. Alles sehr komfortabel.

Ich bin immer recht früh ausgeschlafen, deswegen konnte ich gleich am Sonntag Morgen schon im Stall helfen. Fräulein und Freund haben sich gleich nach dem Frühstück verabschiedet und wollten erst den Freitag drauf wieder kommen um mich abzuholen. Dann waren wir auf dem Denglerhof. Im übrigen ohne Mobilfunknetz. So nah an der Tschechischen Grenze gibt es kein O2.

Die Routine hatte sich recht zügig eingespielt. Morgens vor 6 Uhr ein fröhliches Workout im Stall. Mit geblöke und gemuhe und Kälbchen die einen an den Schuhriemen knabbern, Schafe die einen ungeduldig anschauen und Pferden die zur Begrüßung am Zaun stehen.

SAM_1204Danach ein gemeinsames Frühstück mit Honigbroten und Kaffee wo der Tag geplant und besprochen wurde. Ich bin danach erstmal mit dem lieben Hund und Fibie spazieren gegangen. Die Landschaft ist fantastisch. Mein Rad werde aber ich in Halle lassen, weil allein beim Anblick der Berge meine Knie weh getan haben.

Danach ist immer etwas zu tun. Mein Aufgabenbereich wird rund um und im Haus liegen. Ich habe etwas Ordnung in die große Wohnküche bringen und den Steiengarten an der Straße rausputzen können.

Da ich von Anfang an klar gestellt habe, dass ich weder Fleisch serviere, noch zubereite oder überhaupt anfasse, hat sich der Bauer in dieser Woche quasi vegetarisch ernährt und mit keinem Wimpernschlag gezeigt, dass ihm das nicht gefällt. Ich glaube, dass ich mit meinem Kuchen, den Keksen und meinem Gekoche etwas punkten konnte.

Es gibt auf der rein menschlichen Ebene allerhand Meinungsverschiedenheiten und ich musste oft schlucken. Da ist auch noch eine Menge Konfliktpotential und es wird bestimmt … spannend.

Allerdings ist es auch erfüllend. Zwischendurch nehme ich mir die Pausen die ich brauche und lese oder streife mit den Hunden durch die Wälder.

Der Abend endet in der Regel mit der Abendfütterung gegen 19 Uhr.

Der Bauer ist, wenn es um den Hof und die Tiere geht, die personifizierte Ausgeglichenheit. An einem Morgen z.B. habe ich die Stalltüren nicht richtig zugemacht. Mit dem Ergebniss, dass die Kühe und Kälbchen um die Mittagszeit die Türen ganz auf hatten und erstmal ganz entspannt aus dem Stall auf den Hof gelatscht sind um alles voll zu kacken oder abzufressen. Während ich fast einen Herzkasper bekommen hatte und mit Schnappatmung über den Hof gerollt bin, wurde der Bauer weder schneller noch lauter. Er hat in aller Ruhe einen Zaun gespannt und dann den Kühen gesagt, dass sie wieder rein gehen sollen. Das haben die dann auch gemacht.

Ich hatte immer das Gefühl, dass meine Arbeit richtig und wichtig ist und das ich gebraucht werde.

Und jetzt freue ich mich darauf den Hof und die Gästezimmer mitgestalten zu können.

Ich wollte ja das letzte Septemberwochenende nutzen um Umzuziehen. Nun haben wir auf dem Hof einen Ernte und Handwerkermarkt und man sagt es wäre schön, wenn ich schon früher kommen könnte um dort mitzuhelfen. Außerdem wird jemand dort sein, der Wolle spinnt und da ich das den Winter über machen möchte, muss ich mir das jawohl mal angucken.

Jetzt brauche ich also jemanden, der mich dort runter fährt. Mal gucken.

Ein paar Sachen lass ich hier eingelagert und hole die erst Anfang November. Falls es doch nicht so passt. Aber ich denke es passt. Gehen wir doch mal meinen Plan durch.

Hühner …check!

Bienen …check!

Schafe …check!

Brotbackofen … check!

Toller Kerl … (seufz) … check!

Anstatt das Meer vom Plan, gibt es hier Fisch und Schwimmteiche. Und einen tollen Sitzplatz auf dem Hof unter einer Kastanie.

So sieht es dann wohl erstmal aus. Natürlich gibt es auch eine Streuobstwiese, viel Platz zum gärtnern und vielleicht auch mal die Gelegenheit um Yogaastunden auf dem Hof zu geben. Ich werde Kuchen backen, basteln und dekrieren können. Hier ist so viel Platz kreativ zu sein und es wird mit Dankbarkeit angenommen …bin ich kein Glückskind?

Vom Ausmisten habe ich übrigens Bauchmuskeln bekommen!!!

Dann wird es jetzt nicht mehr viel „Neues vom Bauwagenplatz“ geben. Sondern ehe so was wie „Neues vom Denglerhof“. Mal gucken. Ich bräuchte einen besseren Fotoapparat.

Tja … dann ist die nächsten vier Wochen eine Menge zu tun. Wer mich noch mal besuchen möchte sollte die Zeit nutzen.

Ansonsten … bleibt mir treu, nutzt die Kraft eurer Wünsche und habt seid eures Glückes Schmied.

4 Gedanken zu “Meine Probearbeitswoche

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