Yoga – Antahkarana

Hier ein kleiner Exkurs in die Yoga Philosophie – mit meiner Interpretation.

Ich finde es sehr interessant.

Die 4 Teile des Geistes

Wir teilen den Geist in 4 Teile die zusammen Arbeiten und ausgewogen sein sollten.

Manas – ist das einfache Denken. Wir sehen, hören fühlen, riechen, schmecken und alles wandelt sich in Bilder um. Manas bekommt sein Input durch die Sinnesorgane. Die Bilder schickt es dann flott an

Chitta – das Unterbewusstsein. Hier lagern alle Erinnerungen, Erfahrungen, Traumata und Fähigkeiten aus diesem, aber auch aus vorherigen Leben.

Hier werden die Bilder mit den Erfahrungen verglichen und dann weitergegeben an

Buddhi – den Verstand. Die Unterscheidungskraft, das Erkenntnisvermögen und die intuitive Intelligenz. Da wird das Bild dann bewertet und eingeordnet.

Ahamkara – Ego, der Ich-Macher. Hilft das Bild auf sich zu beziehen.

Also Manas sieht Feuer, riecht Rauch, spürt Hitze, hört es knistern, gibt diese Eindrücke weiter an Chitta. Chitta gibt dann „Angst, Schmerz, Verbrennen, Wärmen, Heiß, Aua, Gemütlichkeit dazu. Kommt halt immer drauf an was man für Erfahrungen gesammelt hat. Ist man im letzten Leben in seiner Holzhütte verbrannt, läuten die Alarmglocken schriller, als wenn man immer nur Sex am offenen Kamin hatte. Dann kommt Buddhi und beurteilt das Ganze. „Ja das ist Feuer, man kann sich verbrennen, pass auf, ruf die Feuerwehr, stell dich nicht zu nah ran, pieke diesen Marshmallow auf diesen Stock und nutze somit das Feuer für dich. Und Ahamkara denkt dann „ICH sehe das Feuer, ICH habe jetzt Angst, ICH rufe die Feuerwehr, ICH spiele jetzt Kumbaya My Lord auf Gitarre.“

Laut Yoga Philosophie liegt hier die Wurzel allen Übels. Dass man sich als Individuum wahr nimmt und nicht als unbegrenztes Selbst. Wobei es eh nur Illusion ist, wenn man sich als Separates Wesen sieht.

Hier bekomme ich immer ein bißchen Sodbrennen. Wenn keiner sich als einzelne Person wahr nimmt, wie kann man dann Verantwortung übernehmen? Wer sagt sich dann „ICH rufe die Feuerwehr“ – wenn das Ego weg ist denkt man vielleicht nur „Die Feuerwehr sollte kommen“. Rennt dann weg oder verbrennt. Ahamkara sollte auf keinen Fall zu stark ausgeprägt sein, sonst nimmt man sich zu wichtig und stellt sich über die Dinge. Auch wenn man leidet weil Ahamkara Wünsche hat, die nicht Erfüllt werden oder an Dinge anhaftet die nicht lange bestand haben.

Ist Manas zu stark handeln wir zu spontan und impulsiv. Wir sollten Manas nicht entscheiden lassen.

Ist Chitta zu stark wird Manas zu Handlungen gezwungen die sinnlos sein können. Weil der Geist mit Eindrücken überflutet wird.

Buddhi kann ruhig ausgeprägt sein wenn es durch Meditation und Achtsamkeit gereinigt wird.

Und Ahamkara, ist wichtig, sollte aber immer kontrolliert werden. Zu Ausgeprägt lässt in und den Egoisten zum Vorschein kommen, zu wenig Ahamkara macht uns zum Altruisten. Was auch fürn Arsch ist.

Ok. Und über dem ganzen schwebt Atman, gehört irgendwie mit dazu aber eigentlich auch nicht. Steht für das Selbst, unserer göttlichen Essenz, ewig, unveränderlich und alldurchdringend. Also in Zeichnungen wird Atman so als Bommel Außerhalb, rundherum oder drüber dargestellt. Gehört aber nicht zu den 4 inneren Instrumenten.

Ich dachte am Anfang, dass vergesse ich eh sofort wieder, aber wenn man öfter darüber meditiert wird es immer spannender.

Also wenn man wegen irgend was unglücklich, traurig oder wütend ist, dann kann man wirklich mal darüber meditieren, welcher Teil des Geistes dafür verantwortlich ist.

Stecken wir in einer unangenehmen Situation, weil Chitta uns lähmt. Wir haben irgend wann mal eine Erfahrung gemacht, dass wir jemanden sehr enttäuscht haben wenn wir NEIN gesagt haben (und wenns nur ein „komm noch ein Löffelchen sonst bin ich ganz traurig“ war, nachdem wir unseren Kopf im Hochstühlchen weg gedreht haben, weil wir schon satt waren), dass kann tief im Bewustsein hängen und schon stecken wir uns als Erwachsener den Finger in den Hals, weil wir Tante Trude nicht enttäuschen wollen und tatsächlich jede Torte auf der Geburtstagstafel probiert haben, obwohl uns schon nach dem ersten Stück schlecht war. Dann sollten wir uns mal um Chitta kümmern und andere Erfahrungen sammeln. Wenn jemand traurig ist, weil ich nicht seinen Vorstellungen entsprechend handle, dann ist das seine Baustelle.

Oder bin ich vielleicht traurig, weil der Typ den ich für mich ausgesucht habe jemand anderen besser findet? Ist das vielleicht dann nur mein Ego Ahamkara, dass mir hier Stress macht? Ich schmolle weil ich was nicht kriege, was ich aber haben will?

Spannend!

 

 

 

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