Mein Plan – stand März

Ja nun, was für ein hin und her. Mein Wanderplan hat ja irgendwie auch das Ableben des lieben Hundes beinhaltet. Das hört sich zwar jetzt fies an, aber er wird dieses Jahr 16 und vor einem Monat musste ich ihn tatsächlich die Treppen tragen und habe vom Sofa kniend seine Pfote gehalten um ihm was vorzusingen und habe mich kaum mehr aus dem Wagen getraut, weil ich dachte es wäre bald soweit. Und natürlich habe ich keine Reise mit dem Hund geplant, weil er das einfach nicht mehr schafft. Er braucht seine gewohnte Umgebung und seine gewohnten Gerüche. Vor allem weil er ja nichts mehr sieht. Er läuft überall dagegen wenn etwas nicht an seinen gewohnten Platz steht.

Blind ist er zwar noch immer, hören tut er auch schlecht, aber er scheint sich vollkommen berappelt zu haben. Er springt rum wie ein Welpe, bringt mir ständig Bällchen, die er dann nicht fangen kann wenn ich sie werfe weil er sie ja nicht sieht. Aber wenn ich seinen durchgesabberten Tennisball mit Leberwurst einreibe und im direkt unter der Nase entlang rolle, dann springt er rum wie ein Zicklein.

Also gehe ich davon aus, er könnte ein sehr, sehr alter Hund werden. Was mich sehr, sehr froh macht, weil der alte, liebe Hund mein treuester Begleiter seit fast 16 Jahren ist und es Wert ist seine Pläne über den Haufen zu werfen.

Aber bei aller Hundeliebe, ich möchte hier 2020 weg. Um einen Ortwechsel wird er nicht drumherum kommen.

Wo wir im Van unterwegs waren, war das ja auch sein Zuhause. Zuhause ist für ihn nämlich da wo es nach mir riecht.

Dann kommt noch dazu, dass sogar die Möglichkeit besteht, dass ich es hier das ganze Jahr gar nicht mehr aushalte.

Durch meine Gutmütigkeit habe ich mich nämlich gegen mein Bauchgefühl entschieden und es Möglich gemacht, dass sich hier, direkt neben mir, jemand in einem Wohnwagen eingenistet hat. Ein älterer Herr von der Sorte, hat alles schon erlebt, kennt alles, weiß alles, nimmt niemanden richtig ernst und hat zu allem eine Meinung. Umringt sich gerne mit jungen Menschen weil die sich von schlohweißem Haar noch beeindrucken lassen und nichts hinterfragen.

Als er letztes Jahr um Asyl bat, weil man ihn von seinem alten Zeltplatz geworfen hatte, habe ich gedacht, ich könnte ihn ja nicht so auf der Straße stehen lassen, nur weil ich ihn nicht sonderlich mag. Eigentlich ist er ja ab und an recht witzig und wenn er wieder anfängt das Märchenbuch aufzuklappen um von seinen Großtaten zu berichten könnte man ja einfach gehen oder sagen er soll besser ruhig sein.

Ich habe den Kontakt mit Roland hergestellt und dann sogar zugesagt, dass er sich neben mich stellen kann, weil er Sonne für seine Solaranlage braucht.

Nun steht er hier, hat sich überall mit Baustellen breit gemacht, ignoriert das Autoverbot auf dem Platz, fährt dahin wo Rasen eingesäht wurde, bleibt im Matsch stehen, damit auch überall Reifenspuren sind. Wir haben ihm sogar angeboten ihm tragen zu helfen, damit er nicht mit dem Auto davor fahren muss. Er ignoriert das einfach total.

Also neben meinem Wagen sieht es jetzt aus wie auf einem Parkplatz. Er war von Anfang an nicht interessiert mit irgend jemandem gut auszukommen. Zum Glück ist er nur ab und an da und scheint nicht dauerhaft hier wohnen zu wollen.

Allerdings werde ich mir es nicht gefallen lassen, dass er mit seinem Auto hier rum fährt. Wenn er hier wieder abgepfiffen ist, werde ich die Zufahrt so verbarrikadieren, dass man nur noch mit Schubkarre drauf kommt.

Allerdings glaube ich auch, dass das dann echt ungemütlich werden kann. Wenn so ein alter Zausel der das Patriarch mit erfunden hat und sich für die Krone der Schöpfung hält, seinen Willen nicht bekommt, kann ich mir vorstellen, dass bald das Ordnungsamt hier auf dem Platz steht. Oder Ähnliches.

Nun gut, also mein grober Plan sieht so aus … wenn sich nichts anderes ergibt … und der liebe Hund noch lange lebt … und der richtige Frühstücksmann nicht doch noch vorbei kommt … Ende Mai werde ich meinen Wohnwagen für 200€ verkaufen, der hat zwar keine Papiere und ist schon recht alt und ist fast ausgeschlachtet, aber er ist trocken und dicht und Experten meinten man könnte ihn wieder flott kriegen.

Meine Schwester hat mir einen ihrer Bollerwagen geschenkt, den bringt sie im Sommer mit wenn sie mich besuchen kommt.

Zum Herbst hin werde ich mich Deutschlandweit um einen Job bemühen, 450€ + Kost und Logis für mich und beide Hunde. Ich habe da schon ein paar Adressen wo für den ländlichen Raum Altagsbegleitungen gesucht werden.

September / Oktober werde ich den Bauwagen verkaufen, mit zwei Monate Standplatz Nutzung falls man ihn nicht mit Tieflader transportieren und ihn fahrbereit aufmöbeln möchte. Ein paar Sachen werde ich bei lieben Freunden unterstellen, die bis dahin hoffentlich Platz dafür haben, vorher nochmal bei einem Flohmarkt mit machen, weil selbst auf 18m² hat sich schon eine Menge Geraffel angesammelt.

Dann geht’s mit Rad und Bollerwagen dahin wo mein Herz mich trägt, oder die Hunde mich hinziehen.

Es bleibt spannend.

Obwohl ich das letzte Bauwagenjahr gerne nochmal etwas stiller verbracht hätte.

5 Gedanken zu “Mein Plan – stand März

  1. ………war ich doch noch gar nicht fertig?! …. … … Meist ist es mit denen auch so, wie mit alten Hunden. Also auch dem Nachbarn immer mal ein Leberwurstbällchen unter die Nase halten ;))

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  2. Moins zusammen, das liest sich zumindest mal spannend und es sieht nach deutlichen Veränderungen aus. Das mit den älter und alt werdenden Hunden kenne ich aus meinem Leben auch. In jungen Jahren gehen sie überall mit, wo der eigene Schritt hingeht, wenn sie älter werden wird das immer schwieriger. Für Ostern plane ich eine Motorradreise (Motorrad mit Beiwagen und Zelt) dorthin wo es anders als zu Hause auch schön ist und wo es mir gefällt. Für Rex, den ca. 14 jährigen (so genau wissen wir das nicht weil Tierheim) Schäferhund ist das nichts mehr. Da bleibt er zu Hause bei meiner Tochter. Aber Flip darf mit, der ist ja auch erst 5 (auch Tierheim). Hunde, jedenfalls unsere (schon immer Second-Hand-Hunde gewesen), zelten sehr gerne. Total witzig ist, wenn es abends dunkel wird, wollen die ins Nest und müssen dann ganz intensiv schlafen. Sehr. Innigst.
    Was Deinen „Zausel“ betrifft, ja, solche gibts, beiderlei Geschlechts. Da prallen dann manchmal unterschiedliche Ansichten aufeinander. Zusammenleben definiert jede/r für sich offenbar anders. Nicht leicht. Ich selbst brauche Platz um mich herum, sonst fühle ich mich eingeengt und unwohl. Deswegen ist meine Bleibe auch nicht dicht an dicht. Rundum muss reichlich Platz sein, eine ordentliche Hecke schafft zusätzlich Distanz. Das wird im Alter nicht besser, das wird mehr. 😉 Ich wünsche Dir gutes Gelingen und Freude, vor allem Zufriedenheit. Bis demnächst.

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    • Danke. 🙂
      Mit dem alten Hund zu zelten war immer eine Qual weil er die ganze Nacht wach bleibt. Am Zelteingang Wache schiebt. Er hat dann immer nur ein kurzes Nickerchen gemacht wenn wir gefrühstückt haben oder Rast machten. Nach ein paar Nächten war er dann immer voll erschöpft. Die kleine kommt mit in den Schlafsack und ratzt durch.

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