Hör auf deinen Bauch!

Negative Geschichten hinterlassen ganz oft einen nachhaltigeren Eindruck als positive Begebenheiten. Dieser Umstand soll noch aus Uralter Zeit kommen, als negative Geschichten/ Tratsch noch lebensrettend waren. Das aus „Die Nachbarin mit der Warze hat meine Kuh verhext“ oder „Der Wolf ist bei den Schafen.“ ein „Hast du gesehen was für einen fetten Arsch die gekriegt hat.“ oder „Die Rotzgören vom Nachbarn werfen ihren Ball in unseren Garten.“ geworden ist war ja so nicht geplant. Hat sich also die Art der Nachricht sehr verändert, so sind doch die Reaktionen fast die gleichen geblieben. Kommt was dramatisches, öffnen sich Ohren und Augen. Da spielt es keine Rolle ob es eine Bombendrohung bei GNTM handelt, oder die Nachbarin gesehen hat wie Müllers Elke auf einem Besen zum Schornstein raus geflogen ist, die Aufmerksamkeit Aller ist ganz auf dich gerichtet. Die Bühne gehört dir.

Und dramatische Geschichten nehmen dann auch einen viel stärkeren Platz ein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sehr oft von netten Menschen berichte. Ich habe eine Hand voll wirklich guter Freunde. Menschen die ich um 4 Uhr Nachts anrufen könnte, die sich sofort in ein Auto oder den Zug setzen würden um zu mir zu kommen. Bei denen ich immer einen Platz habe. Und ich treffe sehr viele Menschen die mein Leben auf die ein oder andere Weise sehr bereichern. Nur ein wirklich kleiner Teil entpuppt sich als „Hätte man sich sparen können.“ Natürlich wird aber genau über diesen Teil viel mehr geredet als über den Guten. Wenn man sich mit jemandem getroffen hat, Tee getrunken und zusammen durch den Gemüsegarten geschlendert ist, dann kann man da nicht viel darüber erzählen. Aber wenn sich jemand als totaler Psycho entpuppt, dann kann man sich da sehr wohl länger und ausschweifender auslassen.

Und so kam es das ich wieder eine Begegnung der 3. Art hatte und meine Freunde lachten sich schlapp und fragten „Wie kommst du nur immer wieder an solche Menschen, du hast ein Händchen für Psychos.“

Und ich hatte hin und her überlegt, wie das wohl kommt. Und vor allem, wie kann man es vermeiden und sich wirklich ersparen, denn es raubt ja Zeit und Nerven.

Eine Freundin riet mir zu einer Seite „wie man Narzissten erkennen kann“. Aber nicht jeder den man nicht mag ist gleich ein krankhafter Narzisst. Zumal man sich ja auch eine Weile mit diesen Menschen beschäftigen muss um sowas feststellen zu können.

Noch vorweg, ich rede hier nicht nur von Männern und/oder Menschen die ich übers Internet kennen gelernt habe. Und nicht jeder der sich egoistisch verhält ist ein Narzisst. Es hat auch schon zwei, drei mal eine Situation gegeben, in der mir Narzissmus diagnostiziert wurde. Immer von Menschen die eine andere Vorstellung davon hatten wie ich mich verhalten sollte und die nicht die Aufmerksamkeit von mir bekommen haben die sie gerne gehabt hätten.

Ich rede hier nicht von wirklichen Psychos, weil mir da die Kompetenz fehlt um das zweifelsfrei fest stellen zu können, ich rede hier einfach von Menschen die mir extrem auf den Senkel gegangen sind und die mir Kraft, Energie und vor allem Zeit entzogen haben.

Wie hätte ich das vermeiden können.

Ich hätte einfach mal auf meinen Bauch hören sollen! Und falsche Toleranz abstellen müssen.

Bei ausnahmslos jeder dieser Personen, hat sich gleich zu Beginn ein leichtes Ziehen in der Magengegend bemerkbar gemacht. Da mam das schwer benennen kann, versucht sich das Hirn dann an offensichtliche Sachen zu klammern. Guck mal die kleinen, fiesen Augen. Guck mal die Angewachsenen Ohrläppchen. Riech doch mal wie der/die riecht. Hör doch mal wie der/die redet. Im Ernst. Finde ich bei den Meisten ein singendes sächseln voll charmant und liebenswert, regt es mich bei einer Person plötzlich total auf. Dann liegt es nicht wirklich am sächseln, sondern an anderen unbenennbaren „Schwingungen“.

Aber dann kommt mein innerer „Gutmensch“ und sagt …“Wie kann man denn so assig sein? Fast 60 muss nicht zu alt sein. (oder) Es ist nicht deine Sache wie jemand aussieht, riecht oder spricht. (oder) Hauptsache es ist eine nette Person UND er/sie kommt mit dir aus und das ist ja bitteschön auch nicht so einfach. Also wenn jemand irre guckt, stechende Augen hat und Geschichten erzählt die nicht zusammen passen, dann übe dich verdammt noch mal in Toleranz, reiß dich zusammen und gib diesem Menschen eine Chance!“ und mit diesen Gedanken wird dann meistens die große Zeitverschwendung eingeläutet. Sobald man dann irgend was erlebt was so gravierend ist, dass man die Abneigung endlich benennen kann, meldet sich der innere „Gutmensch“ wieder.

„Na und, das ist eine Aufgabe vom Universum, extra für dich.“ Das mag ja sein. Aber wer sagt denn, dass das Universum mit mir das aushalten von Unangenehmen üben möchte. Vielleicht möchte es auch nur ein Grenzen setzen lehren.

Und deswegen möchte ich nun immer auf meinen Bauch hören. Und werde das auch, den Möglichkeiten entsprechend, tun.

Und das schöne ist, ich muss mich vor niemandem rechtfertigen. Meine Grenzen sind keine Diskussionsgrundlage. Die sind einfach da. Die gibt mein Bauch, mein innerstes ich, vor. Und der wird schon wissen was er tut, schließlich ist er meine Mitte und meine Intuition. Ich muss mir also keine doofen Ausreden einfallen lassen. Nicht für mich und nicht für andere Personen.

Es gab letzten Sommer eine sehr unangenehme Person, die mich regelmäßig im Bauwagen besucht hat. Mein innerer „Gutmensch“ meinte aber „Wenn du die nicht magst, dann kann irgendwas mit dir nicht stimmen, weil die ist ja nett, voll kreativ und wertfrei.“ Diese Person hatte aber im Gegenzug ganz viel an mir zu kritisieren, hatte das aber immer in gute Ratschläge versteckt. Und mein Gutmensch meinte „Ja wenn sie dich für aggressiv, negativ und wertend hält, da wird sie schon recht haben.“

Vor allem meine „aggressive Sprache“ war immer wieder Anlass zum Tadel. Zm Ende habe ich mich in meinen eigenen vier Wänden unwohl gefühlt und habe mich nicht mehr getraut was zu sagen.

Ich fragte dann meine richtigen Freunde, ob sie meine Aussprache für zu prollig und mein Gehabe für aggressiv halten. Während die meisten gar nicht gewusst haben was ich meine, sagten zwei, ich wäre schon etwas anders als andere „Wenn du Arschloch denkst, kannst du nicht Dummkopf sagen.“ aber es wäre alles noch im grünen Bereich, auf keinen Fall unangenehm und vollkommen ok und wer so sensibel ist, dass er damit nicht klar kommt, der kann halt nicht mit mir befreundet sein wollen und dann verlangen, dass ich das einstelle.

Als ich meinen inneren Gutmenschen das Mitspracherecht entzogen habe, hatte sich die Madam auch ganz schnell aus meinem Leben vertschüßt. Das letzte war eine Minutenlange Sprachnachricht, die ich mir noch nicht mal angehört habe. Mein liebes Fräulein hörte kurz rein, löschte sie dann mit den Worten „Die ist ja nicht ganz dicht. Da kannst du froh sein wenn sie weg bleibt.“

Der „innere Gutmensch“ ist übrigens nicht das „Gewissen“. Sonern einfach der Teil, der von jedem gemocht und anerkannt werden möchte. Der denkt er wäre nur ein wervoller Teil der Gesellschaft wenn er sich denen anpasst, die alle gängigen gewünschten Atribute vereinen und leben. Grenzenlose Toleranz, absolutes Verständniss, ein offenes, werfreies, freundliches Wesen zu jederman und eine p.c. Lebensweise.

Man darf keine Zeit verschwenden, weil man sich einbildet, dass andere das von einem erwarten würden.

Rechtfertige dich nicht für deine Grenzen.

Hör auf deinen Bauch.

Meiner will z.B. jetzt eine Mozartkugel. Die soll er kriegen.

2 Gedanken zu “Hör auf deinen Bauch!

  1. Recht so! Du kannst sie nicht alle töten… und auch nicht mögen…;) Und wenn der Bauch erstmal Überhand hat, dann ziehen sich die richtigen Leute an, dann geht der innere Gutmensch abspülen… – ging mir zumindest so.

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