Keine Komfortzone für Tanja …

… weil das Schicksal mich an den Ohren wieder rausgezerrt hat.

Ich habe ja schon mal was über „Arschengel“ geschrieben und bin ja so ein „Karma“ Typ und versuche alles so zu nehmen wie es kommt … Das Universum wird mir das passende schon zuschicken …Amen …Namaste… Leck mir die Füße

Und um zu verstehen … wie sich alles fügt … hier erstmal eine kleine Vorgeschichte.

Ich habe am Dienstag nach Ostermontag meinen Arbeitsplan in meiner Mappe, in dem ich entnehmen kann, dass ich in der Woche drauf komplett zuhause bleiben soll um meine Überstunden abzubummeln. Unabhängig, dass die Pläne 2 Wochen vorher rausgegeben werden müssen, wollte ich, dass es abgesprochen wird. Was sollte ich plötzlich mit einer freien Woche? Viel zu kurzfristig um mit meinem freundlichen Freund irgendwas zu planen. Ich habe mich also gewehrt. Ich will nicht alle Überstunden auf einmal so kurzfristig abbummeln.

Mein Teamleiter, jemand der seine Socken ausziehen muss um bis 10 zu zählen, da er einene Finger immer in der Nase hat, was ganz erschrocken, ich wäre die einzige die sich nicht freuen würde über spontane freie Tage und dann hat er mir vorgerechnet, dass er ja den Plan schon am 11.4. in die Mappen gelegt hätte und wenn ich dann am 20. frei habe, dann sind das die 2 Wochen Vorlauf die vorgeschrieben sind. Ich habe trotzdem nur 3 Tage frei genommen.

Dann hatte ich Urlaub. Ich war mit Freund und Hunden auf dem Schuttplatz beim lieben Fräulein. Wir haben im Zirkuswagen geschlafen und jeden Abend Lagerfeuer gemacht. Normalerweise bin ich nach einem Urlaub immer froh wieder nach Hause zu kommen, aber diesmal bin ich aus dem Jammern nicht raus gekommen. Als ich mit Sack und Pack in meiner Wohnung stande, hätte ich mir am liebsten einen Strick genommen und ich wusste, es muss was passieren. DAS WILL ICH NICHT. Sonntags ging es mir nicht besser und als ich mir den Wecker auf 4 Uhr gestellt habe, hätte ich am liebsten meinen Kopf ins Klo gesteckt. Ich bin mit dem Gedanken eingeschlafen, wieder freiberuflich zu arbeiten. Wenn schon ein unfähiger Chef, dann bitteschön mein eigener.

Montag … gings mir gut. Ich bin auf Arbeit gefahren, alles locker, alles lief, ich habe mich irgendwie doch gefreut meine Kollegen wieder zu treffen, das Käsebrötchen und den Kaffee, den wir seit Corona jeden Tag geschenkt bekommen, war besonders lecker und es gab ja noch einen großzügigen 100€ Warengutschein und zwei Sonderurlaubstage … recht erbärmlich … aber auch plötzlich ok. Dienstag hatte ich den richtigen Flow, die Zeit ging schnell rum und zur Mittagszeit war ich schon mit den Hunden im Garten und ich dachte „So kann es doch bleiben, ist doch ok“

Mittwoch hatte ich zu einem 30. Geburtstag etwas dazu gegeben und mit einer Kollegin rumgeflachst, dass wenn die Zeit weiter so schnell vergeht, sie sich schon mal Gedanken machen sollen was ich zum 50. bekomme. (Was noch über 3 Jahre hin ist). Der Gedanke noch eine Weihnachtssaison mitzumachen, hat mich nicht mehr in Panik versetzt. Ich hatte also meinen Flow gefunden und völlig emotionslos gedacht „Ich bin in einer Komfortzone angekommen!“ im Hinterkopf habe ich was schreien gehört … aber egal.

Ich steh also so an meinem Hubwagen, lasse den Blick so durch den Markt schweifen und denke (laut um die kleine Stimme im Hinterkopf zu überhören) zufrieden, „Hier gehöre ich dann wohl doch hin“ und in dem Moment kommt die Vertretung meines Teamleiters, der im Urlaub ist, und meint ich soll doch bitte 10 Minuten vor Feierabend mal in den kleinen Konferenzraum kommen.

Tja, was soll ich sagen? An einer weiteren Zusammenarbeit mit mir besteht kein Interesse. Die Stimme im Hinterkopf schluchzt vor Erleichterung. Ich habe dann, damit sie sich nicht so schlecht fühlen, gestanden, dass bei mir das Interesse an einer Zusammenarbeit schon seit Januar nicht mehr besteht. Dass ich aber trotzdem nie zu spät gekommen bin und mir nichts erlaubt habe, außer mich gegen Frechheiten zu wehren, die nach dem Arbeitsgesetz eh so nicht erlaubt gewesen wären. Nun wurde aber nicht meine große Klappe als Grund angegeben, sondern der Grund, dass sich Kolleginnen über mich beschwert hätten, weil ich so langsam arbeiten würde.

Nun, dieser Grund rückt meinen Teamleiter auch ins richtige Licht, denn er hatte die den Arsch in der Hose auch nur einmal meine Arbeit in irgend einer Form zu kritisieren.

Das was mich dann aus der Fassung gebracht hat, war die Tatsache, dass mir zum 27.5. gekündigt worden ist. Der Monat ist angebrochen, also gibt es dafür keinen Urlaub und keine anderen Bezüge. Das haben sie ja schon bei der Einstellung gemacht. Ich habe am Montag den 2.12. angefangen und da der Monat auch hier bereits angebrochen war, gabs auch dafür keine Urlaubstage. Also hier kann man gut sehen wie der Betreibsrat im größten Supermarkt im Sachsenpark arbeitet. Mein Teamleiter ist übrigens auch BR Mitglied.

Nun gut, eine Türe zu, die nächste auf … eine Komfortzone scheint für mich nicht in Frage zu kommen. Ich wollte mich doch nur mal dem Flow hingeben.

Ich leg mich Donnerstag ins Bett, wach ausgeschlafen um 5 Uhr auf und registriere erstaunt, dass ich zum ersten mal durchgeschlafen habe seit ich hier in Seehausen wohne.

Dann soll es wohl so sein … ich sammele Kräfte für einen neuen Plan.

(Und jaaaaa … auf Kosten der Steuerzahler. Das tut mir echt leid. Aber wie gesagt, ich bin nie zu spät gekommen, habe nie rumgebummelt oder Extrawünsche mit „früher gehen“ gehabt, habe sogar Überstunden gemacht, für eine Kollegin, eine Woche Spätschicht übernommen und mich freiwillig für eine monatliche Spätschicht gemeldet, weil ich ja keine kleinen Kinder habe und mir das nichts ausmacht. Ich bin mit allen auf meiner Ebene gut ausgekommen … aber ich lecke keine Ärsche.)

Also … die Karten sind neu gemischt … ich bin so gespannt.

2 Gedanken zu “Keine Komfortzone für Tanja …

  1. Liebe Tanja,
    Ich hab mich echt gefragt, wie lange du das noch aushalten wirst. Auch für dich wird eine Tür aufgehen. Es macht nichts wenn du ohne Arbeit bist und Geld bekommst. Mach dir keinen Kopf. Du findest was besseres. Ich Drück dich lieb

    Ruth

    Gefällt 1 Person

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